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© 2003 -
Pension Sonnenschein
Waltraud Hausmann

Hohenweiler 16
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Tel.: 0 91 44 - 13 19
Fax.: 0 91 44 - 92 45 28

 in Kooperation mit
 Ritzer's Karpfenhof

weitere Ferienwohnungen:
FewoBillmeyer

Wissenswertes:

Das Neue Fränkische Seenland

  1. Entstehung
  2. Zielsetzung
  3. Maßnahmen
  4. Donauwasser für Franken
  5. Das Altmühl-Brombachspeichersystem
  6. Das Wasserzuführungssystem und Stauraumkapazitäten
  7. Fragen und Antworten zum NFS
  8. Presseberichte
    1. Das Fränkische Seenland wird von jung und alt bevorzugt, NN 1997
    2. Das Fränkische Rimini - Kontemplativer Dauerlauf um den Großen Brombachsee, SZ 2004
    3. In der Nähe von Roth entsteht ein Tegernsee, RHV 1965
    4. Der Brombachspeicher wird unseren Raum grundliegend verändern, RHV 1969
    5. Der Rothsee wird in den 80ger Jahren dem Fremdenverkehr ungeheueren Auftrieb verleihen, RHV 1970
    6. Ein Paradies nicht nur für Betuchte, RHV 1981
    7. Beginn des Seenzeitalters mit Probestaus, ST 1986
    8. Das Seenland will sich profilieren, RHV 1981

 

 

 

Entstehung:

Unterschiedliche wasserwirtschaftliche Verhältnisse in Bayern:

Südbayern (Einzugsgebiet der Donau): hohe Niederschläge, wasserreich

Nordbayern (Einzugsgebiet des Mains): Wasserknappheit
(im Donaugebiet steht bei Niedrigwasser pro Einwohner 4 mal soviel Wasser zur Verfügung wie im Maingebiet)

Überregionaler Wasserausgleich zwischen Süd- und Nordbayern:

1970 Beschluss im Bayerischen Landtag, mit Hilfe eines Überleitungssystems einen überregionalen Wasserausgleich zwischen Nord- und Südbayern zu schaffen durch ein Überleitungssystem auf zwei voneinander unabhängigen Wegen:

aus der Donau über den Rhein-Main-Donau-Kanal mit Hilfe von Pumpstationen
in den Rothsee

aus Hochwässern der Altmühl mit Hilfe des Überleitungssystems
in den Großen Brombachsee

und damit in das Regnitz-Main-Gebiet
 

Zielsetzung:

  • Hochwasserschutz im Altmühltal
    (Winter- und Frühjahrshochwasser der Altmühl werden in Ausgleichsbecken aufgestaut)

  • Verbesserung der Wassergüte von Regnitz und Main bei Niedrigwasser
    (Geringe Niederschlagsmengen, hohe Verdunstung, intensive Nutzung durch Industrie und Landwirtschaft, Kühlwasser für die Wärmekraftwerke an der Regnitz)

  • Schaffung eines Naherholungsgebietes für den Ballungsraum Nürnberg-Fürth-Erlangen sowie eines Fremdenverkehrsgebietes für junge Familien

  • Schaffung von Arbeitsplätzen in Westmittelfranken, einem strukturschwachen Gebiet
    (kaum Industrie, intensive Landwirtschaft nicht möglich, Vielzahl von Pendlern in den Ballungsraum)

 

Zusammenfassung der Maßnahmen:

Wasserbaumaßnahmen:
Altmühlsee, Kleiner Brombachsee, Igelsbachsee, Brombachsee Speichersee, Staudamm, Schleuse, Wehr, Überleiter West, Stollen, Überleiter Ost (Überbrückung der europäischen Hauptwasserscheide zwischen Donausystem und Rheinsystem).
Die Überleitung erfolgt im freien Gefälle, wozu die Hauptwasserscheide zwischen Altmühl- und Regnitzgebiet durch einen 2,7 km langen Stollen unterquert wird.
„Fossa Carolina" bei Treuchtlingen
Bei Unterschreitung einer Mindestabflußmenge in der Donau darf dem Altmühlsystem kein Wasser entnommen werden. Die Wasserführung im Regnitz-Main-Gebiet wird dann durch das Brombachspeichersystem sichergestellt.
Landschaftsschutz:
Flachwasserzone, Aufforstung von Grenzertragsstandorten, Feuchtwiesen an der Altmühl, Schutzgebiete, Kläranlage, Ringsammler am Altmühlsee und am Brombachsee
Fremdenverkehrseinrichtungen:
Baden und Wassersport beschränkt auf bestimmte Uferbereiche
Infrastruktur:
Straßenbau unter Berücksichtigung des Naturschutzes, Verlust von 2000 ha Landfläche, Umsiedlungen

 

Donauwasser für Franken:

Das Altmühl - Brombachspeichersystem:

Altmühlsee:
Länge 4 km, Breite maximal 1,7 km, Gesamtfläche 450 ha
(Wasserfläche 330 ha, Flachwasser- und Inselzone 120 ha; Königsee 529 ha, Kochelsee 595 ha). Vogelinsel mit Lehrpfad und Aussichtsturm, Wander- und Radweg um den See 12 km. 1500 Pkw-Stellplätze, Omnibusparkplätze. 

Altmühlzuleiter:
Länge 5 km, Breite 60 m, beiderseits Rad- und Wanderwege.
Parkplätze in Gern, Mörsach und Streudorf. 

Altmühlüberleiter:
Länge 8,9 km (davon Stollen durch die europäische Hauptwasserscheide 2,7 km) beiderseits Rad- und Wanderwege. Parkplätze. 

Kleiner Brombachsee:
Länge 2,2 km, Breite maximal 1,25 km, Wasserfläche 250 ha, Campingplatz mit 420 Stellplätzen, Badehalbinsel mit 3 Kiosken und rund 3000 Pkw-Stellplätzen, Omnibusparkplätze. Wander- und Radweg um die Seen 8,5 km. 

Igelsbachsee:
Länge 2,8 km, Breite max. 0,4 km, Wasserfläche ca. 90 ha. 

Brombachsee:
Flutung in den neunziger Jahren, künftige Größe 930 ha (Tegernsee 890 ha, Waginger-Tachinger See 900 ha). 

Kleiner Rothsee:
Länge 2,4 km, Breite maximal 0,5 km, Tiefe maximal 8,5 m, Wasserfläche 50 ha, 2 Erholungszentren in Birkach und Grashof, Wanderwege rund um den See. 

Großer Rothsee:
Flutung Mitte der neunziger Jahre. Größe 170 ha (Schliersee 222 ha).

 

Wasserführung der Regnitz bei Pegel Hüttendorf Stauraumkapazitäten:

Hochwasser (jedes Jahr zu erwarten) 146 m3/s
Hochwasser (alle 20 Jahre zu erwarten) 388 m3/s
Mittlerer Abfluss 28 m3/s
Mittleres Niedrigwasser
(durchschnittlich an 20 Tagen
im Jahr unterschritten)
12 m3/s
Jährlicher Abfluss 883 Mio m3/Jahr
Stauraum in der Brombach-Talsperre 144 Mio m3
Stauraum Altmühlsee 14 Mio m3
Überleitung von Donauwasser Die Menge orientiert sich am Pegel Hüttendorf
Maximalmenge: 300 Mio m3/Jahr
1994: 60 Mio m3; 1995: 60 Mio m3; 1996: 100 Mio m3

 

Questionair:

Altmühlsee

Wodurch wird der Altmühlsee gespeist?
Altmühl-Zuleiter

Warum wurde die Vogelinsel geschaffen?
Brutstätte für Vögel - als Ausgleich für die verloren gegangenen Feuchtwiesen.
Das Naturschutzgebiet ist nur teilweise begehbar; Pflegepersonal darf nur zu bestimmten Jahreszeiten in die Vogelrückzugsgebiete

Welchem weiteren Zweck dient der Altmühlsee neben dem Naturschutz?
Erholungs- und Freizeitgebiet

Welche Freizeitmöglichkeiten bietet der Altmühlsee?
Surfen, Segeln, Baden, Wandern, Radfahren

Welcher Stadt im Südosten des Altmühlsees hat durch die Anlage des Seenlandes an Bedeutung gewonnen?
Gunzenhausen, am nördlichen Altmühlseeufer befinden sich: Muhr am See, Mörsach, Streudorf

Wann wurde die Freizeitanlage am Südostufer eröffnet?
1987

An welchem Ufer befindet sich die Vogelinsel und an welchem v. a. die Freizeiteinrichtungen?
Vogelinsel am Nordufer, Freizeiteinrichtungen v.a. im N, SO, W

Überleiter

Welche Seen verbindet der Überleiter?
Altmühlsee mit dem Kleinen Brombachsee

Welche Länge hat der Überleiter insgesamt?
8,9 km

In welche drei Bereiche lässt sich der Überleiter gliedern?
Überleiter West, Stollen, Überleiter Ost

Welchem Zweck dient der Stollen?
Überwindung der Europ. Hauptwasserscheide

Welche Länge und welche Höhe hat der Stollen?
Höhe 5,85 m , Länge 2,7 km

Kleiner Brombachsee

Wie heißen die beiden Vorsperren des Großen Brombachsees?
Igelsbachsee u. Kleiner Brombachsee

Durch welche Zuflüsse werden die beiden Vorsperren gespeist?
Igelsbachsee: durch den Igelsbach, der Kl. Brombachsee durch Altmühlwasser aus Überleiter bzw. Altmühlsee

Welche Orte liegen an den Vorsperren?
Am lgelsbachsee: Enderndorf, Absberg - am Kl. Brombachsee: Langlau

Welche Freizeitmöglichkeiten finden sich an den Vorsperren?
Baden, Surfen, Segeln, Bootfahren, Camping

Großer Brombachsee 

Wodurch erhält der Große Brombachsee sein Wasser?
Regenwasser und aus den Vorsperren

Wozu soll das Wasser des Großen Brombachsees dienen?
Wasser für das regenarme Nordbayern

Welchen Weg fließt das Wassers vom Großen Brombachsee nach Norden?
Über den Brombach in die Schwäbische Rezart - in die Rednitz - in die Regnitz

Welche Orte findet sich an den Ufern des Großen Brombachsees?
Ragelsberg, Ramsberg, Pleinfeld, Allmannsdorf, Hohenweiler, Heiligenblut, Enderndorf

Wer überwacht und regelt in Zukunft den Wasserabfluss aus dem Großen Brombachsee?
Talsperren-Neubauamt

Wie wurde das Gebiet des heutigen Großen Brombachsees früher genutzt?
Landwirtschaftliche Nutzung, z. B. Anbau von Hopfen, Getreide, Wiesen und Siedlung

Welche Vorzüge hat die ansässige Bevölkerung durch die Schaffung des Seenlandes?
Verdienstmöglichkeiten, Arbeitsplätze im Fremdenverkehr, kein langes Pendeln ins Ballungsgebiet

Auf welchem zweiten Weg wird Wasser in das regenarme Regnitz-Main-Gebiet gebracht?
Über Rhein-Main-Donau-Kanal - Rothsee - wird Donauwasser nach Norden gebracht

 

Presse:

Nürnberger Nachrichten 12.06.1997

Als Urlauber und Tagesausflügler im Fränkischen Seenland - Junge Familien kommen
Nur ein Drittel ist ohne Kinder - Das Baden ist der Hauptgrund

Das Fränkische Seenland wird von jungen Familien bevorzugt.


Eine Gästeumfrage der Arbeitsgemeinschaft "Futour" am Altmühlsee ergab, daß 64 Prozent der Urlauber und Tagestouristen zwischen 30 und 49 Jahre alt sind. Knapp 20 Prozent gehören er Altersgruppe von 50 bis 70 an.

14 Prozent schon Stammgäste

Zum ersten Mal am Altmühlsee waren 42 Prozent, 16 Prozent zum zweiten Mal. Häufiger als zehnmal, also Stammgäste, waren 14 Prozent. Von den Tagesausflüglern gaben 28 Prozent an, zehnmal oder öfter einen Ausflug an den Altmühlsee gemacht zu haben. Von den Urlaubsgästen verbringen fast 90 Prozent die Ferien mit der Familie. Kapp ein Drittel hat keine Kinder, ein Viertel ein Kind und 37 Prozent zwei.

Warum kommen die Leute an den Altmühlsee? 16,3 Prozent nennen die kurze Anreise, 63 Prozent die Empfehlung von Bekannten und Verwandten als Grund. Von den Tagesausflüglern kommen 25 Prozent, um hier zu baden oder des Wassersports wegen.

Was unternehmen die Gäste? Von Befragten äußerten 93 Prozent, zum Baden an den Altmühlsee zu komen. 65 Prozent nennen das Fahrradfahren, 52 Prozent Ausflüge in die nähere Umgebung und für immerhin 45 Prozent ist die Vogelinsel im Altmühlsee so reizvoll, daß sie ihretwegen anreisen. Nachgeordnet sind die wassersportlichen Interessen (Surfen elf Prozent, Segeln fünf Prozent). Etwas abweichend ist das Verhalten der Urlauber, die für mehrere Tage hier verweilen: nur 34 Prozent geben das Baden als wichtigsten Aufenthaltsgrund an, 22 Prozent das Radfahren und 16 Prozent die Ausflüge in die Umgebung.

Von den Altmühlsee-Touristen sehen 68 Prozent die Stadt Gunzenhausen als ihr Einkaufsziel an. Die anderen Städte sind ihnen unwichtig: Weißenburg 3,2 Prozent, Nürnberg 2,6 Prozent und Ansbach ebenfalls 2,6 Prozent.

Bei der Umfrage der Arbeitsgemeinschaft "Futour" (München) hatten die Befragten auch die Möglichkeit, Noten zu vergeben. Die Vogelinsel schnitt dabei am besten ab, während die Prospekte, das Kulturangebot und die Schlechtwetterangebote am schlechtesten bewertet wurden.

Tiefflug stört nicht mehr

Immerhin: 47 Prozent gaben an, daß sie am Altmühlsee absolut gar nichts stört, auch nicht der Tieffluglärm, der früher eine große Rolle spielte, heute aber nur mehr punktuell wahrzunehmen ist.

Süddeutsche Zeitung 28./29.09.2004

Kontemplativer Dauerlauf rund um den Großen Brombachsee

Das fränkische Rimini- Wie sich eine bäuerliche Gegend in ein Seenland mit Segelhafen, Badeplätzen und Wanderwegen verwandelte

Die "Arche" bringt in diesem Fall keine Rettung, sondern markiert den Start. Am Freizeitzentrum dieses Namens bei Allmannsdorf beginnt der Lauf, just an der Stelle, wo Edmund Stoiber vor vier Jahren anlegte unter dem Beifall Tausender. Er war nicht etwa übers Wasser geschritten, sondern hatte ganz einfach mit einem Boot übergesetzt, das dem Talsperren-Neubauamt gehörte. Einer Behörde, die es inzwischen nicht mehr gibt, weil sie ihren Zweck erfüllt hat. Sie war für den Bau des Fränkischen Seenlandes zuständig, das aber vollendet ist, seit der Ministerpräsident es an jenem Julitag 2000 für vollendet erklärt hat.

Der Gedanke an Edmund Stoiber verfliegt schnell, wenn man die ersten Schritte über den Hauptdamm joggt, angesichts der herrlichen Aussicht. Links liegt das Rezattal, eine malerisch-ländliche Idylle mit Weihern, saftig-grünen Wiesen, in die Landschaft getupften Wäldern und einer restaurierten alten Mühle. Rechts vom Damm glitzert der Große Brombachsee im Schein der untergehenden Sonne, ein Gewässer größer als der Tegernsee. Es ist ein lauer Sommerabend und es sind noch viele unterwegs, zu Fuß, oder per Fahrrad. In der kalten Jahreszeit hingegen können sie sehr einsam sein, die 17 Kilometer Laufen rings um den Großen Brombachsee. Fremdenverkehr ist hier, eine halbe Autostunde südlich von Nürnberg, ein Sommergeschäft. Am Ende des 1,7 Kilometer langen Hauptdammes hat der Körper des Läufers die nötige Betriebstemperatur erreicht und er beginnt zu schwitzen. Es knirscht unter den rhythmis chen Schritten auf dem befestigten und leicht gesplitteten Uferweg, während es unmittelbar am Wasser entlang nach Ramsberg geht. Die Ufer am Großen, wie am Kleinen Brombachsee, am Igelsbach-, am Altmühl- und am Rothsee, gehören der Allgemeinheit. Niemand darf sie bebauen und die Rundwege führen allenfalls dort ein paar Meter weg in den Wald, wo ein Naturschutzgebiet dies verlangt.
Gerade legt die MS Brombachsee ab, Europas einziger Trimaran auf einem Binnengewässer, ein futuristisch anmutendes Passagierschiff. In Ramsberg hat es seinen Heimathafen, ebenso wie ein paar hundert Segelboote. Früher war dieses Dorf- mit Verlaub – ein Bauernkaff. Durch den Bau des Stausees verlor ees über die Hälfte seines Grund und Bodens. Zugleich begann eine neue Ära. Ein quirliger Fremdenverkehrsort mit Cafés und Restaurants entstand und die Landwirte von einst und ihre Nachkommen beackern keine Felder mehr. Ihre Stallungen haben sie zu schmucken Ferienwohnungen umgebaut. Weil Ramsberg sich an einen Hang schmiegt, hat man hier den schönsten Blick über den See. Dessen Uferweg führt gleich hinter dem Segelhafen sehr lange durch ein Waldstück. Während man so dahin trabt – vier Schritte ein-, vier ausatmend – schweifen die Gedanken zurück. In die Zeit, in der sich Kleinbauern plagten, ihre kargen und sandigen Böden ein wenig Ernte abzutrotzen. Die Felder von einst sind heute unter zig Millionen Kubikmetern Wasser 20, 30 Meter und noch tiefer begraben. Man erinnert sich an die Bagger und Förderbänder, die aus der Sohle des Brombachtales aufragten und Sand abbauten. Die Mühlen tauchen wider vor dem inneren Auge auf, die sich Jahrhunderte lang an das Flüsschen Brombach reihten und vorn denen die letzte, die Langweidmühle, so lange stehen blieb, bis das Stauwasser für den See schon bedrohlich nahe schwappte. Dann erst zog der alte Müller aus. Zeitweise wer er krank geworden vor Gram über den Verlust seines Familienerbes. Vom stattlichen Preis, den ihm der Staat bezahlt hat, baute er sich ein paar Kilometer weiter eine Mühle. Und dann erinnert man sich noch an die wilden Achtziger, als das Brombachtal schon keine grüne Idylle mehr war, aber auch noch kein See, sondern ein Fleckerlteppich von Baggerweihern, an denen „karibische Nächte“ gefeiert wurden und wo es nicht nur beim Campieren wild zuging. Das alles kommt einen wieder in den Sinn, denn Dauerlaufen kann ein sehr kontemplativer Akt sein. Vorausgesetzt, man trabt allein, nicht abgelenkt von einem redseligen Laufpartner, nicht angetrieben von einer Stoppuhr oder vom anderen Geschlecht, dem man sportlich imponieren will.
Ein neuer Damm taucht auf, er trennt den Großen vom Kleinen Brombachsee. Wer nur um diese Vorsperre joggt und dazu noch eine Runde über die Badehalbinsel Absberg dreht, bringt es auf knappe zehn Kilometer. „Frankens Rimini“ hat man die Badehalbinsel in den ersten Jahren genannt, denn Tausende lagen haut an Haut an den Stränden, die an vielen Stellen in von hohen Bäumen beschatteten Liegewiesen übergehen. Doch seit alle fünf fränkischen Seen geflutet sind, verteilt sich der Erholungsbetrieb entsprechend angenehm. Die Surfer beispielsweise gleiten lieber über den ein paar Kilometer entfernten Altmühlsee. Der ist nur drei Meter tief und der bei Hitze regelmäßig auftauchenden Algen wegen zum Baden unattraktiv. Die Winde aber sind für Surfer ideal und Läufer auf dem 8,5 Kilometer langen Ringdammweg kühlt die Briese angenehm.
Ob Wassersportler oder Jogger, Walker, Wanderer oder Radler – im Fränkischen Seenland finden sie ideales Terrain. Die Landschaft ist hügelig, aber unmittelbar an den Seeufern wellt sich das Gelände allenfalls leicht. Wer Ballsport bevorzugt, ist in Enderndorf gut aufgehoben, wo an feinsandigen Beachvolleyball-.Feldern unablässig gebaggert und gepritscht wird. Von hier aus geht es auf die letzte Gerade nach Allmannsdorf. Der Puls des Joggers schlägt mittlerweile etwas schneller, mancher Muskel zieht leicht. Es geht am Waldrand entlang, bald taucht die Arche auf. Sie hat einen Biergarten. Ideal für den großen Schluck danach. Apfelschorle, versteht sich.

Fünf Seen, Hügel und Freizeitzentren

Am 16. Juli 1970 fasste der Bayerische Landtag einen Beschluss, von dem der damalige Initiator, der CSU-Abgeordnete und spätere Vizepräsident des Parlamentes, Ernst Lechner, noch heute überzeugt ist, dass viele seiner Kollegen die Tragweite nicht überrissen hatten: Wasser aus dem nassen Süden des Freistaates solle in den trockeneren Norden übergeleitet werden. Es kam zu einem wasserbaulichen Projekt, das heute „Fränkisches Seenland“ heißt. Die Nutzung als Freizeit- und Erholgunslandschaft spielte allenfalls im Hinterkopf Lechners eine Rolle, den man dafür aber heute als „Vater des Seenlandes“ feiert. Die Gewässer sollten einer ärmlichen und landwirtschaftlich geprägten Region die Chance zu einem grundlegenden Strukturwandel zur Urlaubsregion eröffnen.
34 Jahre später und nach weit über einer Milliarde Euro öffentlicher und privater Investitionen ist dieses Ziel weitgehend erreicht worden. Sprunghaft wachsen die Übernachtungs- und Besucherzahlen. Alljährlichverbringen Zehntausende Feriengäste ihren Urlaub im Fränkischen Seenland, und für die Einwohner der Ballungsräume Nürnberg-Fürth-Erlangen sowie Stuttgart ist die Region ein beliebtes Naherholungsgebiet geworden. Insgesamt fünf Seen wurden der Reihe nach aus Hochwässern der Altmühl geflutet. Es sind dies der Altmühlsee (Aufstau 1985/86), der Igelsbachsee (1984-1986), der Kleine Brombachsee (1984/86), der Rothsee (1989-1993) und schließlich der Große Brombachsee, dessen Aufstau nach sieben Jahren 2000 beendet war. Insgesamt entstand eine Wasserfläche von 20 Quadratkilometern und mit 57 Kilometern Uferlänge. Das Umland lockt mit mittelalterlichen Zeugnissen (Dinkelsbühl), römischen Schätzen (Weißenburg), Schlössern (Ellingen) und einem reichhaltigen Kulturangebot. Letztlich ist das Fränkische Seenland ein Urlaubsgebiet aus der Retorte, dem man genau das aber nicht ansieht. Denn so massiv Dämme geschüttet, die Landschaft umgegraben und 16 Freizeitzentren gebaut wurden – die Gewässer und Uferbebauung fügen sich ideal in die hügelige Landschaft ein. Dies trug neben den wirtschaftlichen Erwartungen wesentlich zur Akzeptanz bei; nie gab es eine Demonstration oder Klagen gegen dieses zeitweise größte Wasserbauprojekt Bayerns.

In der Nähe von Roth entsteht ein "Tegernsee"

Die geplante "Brombachtalsperre" soll Fassungsvermögen von etwa150 Millionen Kubikmeter Wasser bekommen

Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung, 25.06.1965

Ein Projekt, das auch für den Landkreis Schwabach von großer Bedeutung ist - Es geht in erster Linie um die Aufbesserung der Niederwasserverhältnisse der Rezart, Rednitz, Roth und anderer Flüsse - Probebohrungen für den Speichersee im Brombachtal bereits im Gange - Niederschrift über eine Besprechung bei der Obersten Baubehörde gibt darüber Aufschluß

Wo liegt das "Brombachtal"? Diese Frage werden sie die meisten Leser stellen. Von Roth aus in Richtung Pleinfeld sind es knapp 20 Kilometer zu diesem Tal, das zwischen Stirn und Pleinfeld in westlicher Richtung verläuft. Trifft man schon auf der Straße zwischen Mühlstetten und Stirn zahlreiche Mühlen an, so sind solche im Brombachtal zu finden. Eine davon ist die Mandles-Mühle (Bild oben links), an welcher der Brombach vorbeifließt. Hinter dieser Mühle links befindet sich ein Weiher, und dahinter ist der Bau eines Staudammes für den Speichersee geplant. Bild darunter: Durch eine Eisenbahnbrückenbogen "rauscht" der Brombach um in nächster Nähe bei der Mäusleins-Mühle in die Schwäbische Rezat zu münden (rechts). Das ist also eine Brücke über den Brombach, und zwar auf der Straße zwischen Pleinfeld und Mühlstetten.

ROTH (gi) – In Stadt und Land wird geplant, denn dieses oder jenes Projekt soll einmal verwirklicht werden. Zwar sind solche schon in großer Zahl entstanden, aber der Zwang der Zeit läßt in dieser Hinsicht keine Pause eintreten. So sind, zum Teil schon seit längerer Zeit, auch in unserer engeren Heimat Projekte größeren Ausmaßes "in Sicht", das heißt, man spricht von ihnen und weiß, daß sie in der Planung schon greifbare Formen angenommen haben. da ist zum Beispiel das Projekt "Umgehungsstraße", die die Stadt Roth unmittelbar betrifft, weil ja durch die Bundesstraße 2 durch Roth entlastet werden soll.

Dieser Plan ist nicht neu, er existiert schon seit Jahrzehnten. Nur daß er jetzt durch die seit Jahren immer mehr werdende Verkehrsdichte aktueller geworden ist und in letzter Zeit des öfteren im "Blätterwald" (sprich Zeitung) erwähnt wurde, genau wie der Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals, der ebenfalls die Zukunft der Stadt Roth irgendwie beeinflussen wird. Ob die ältere Generation davon noch "profitieren" wird, mag dahingestellt bleiben. Sie wird höchstens noch den Bau der Kreisstraße Roth-Schwand erleben, ebenfalls ein Projekt in mehreren Bauabschnitten, dem eine große Bedeutung zugestanden werden darf. Der jüngeren Generation wird es aller Wahrscheinlichkeit nach vorbehalten bleiben, eine "Einweihung" der viel gerühmten Umgehungsstraße mitzuerleben oder die ersten Schleppkähne auf dem Rhein-Main-Donau-Kanal östlich von Roth bewundern zu können.

Und die jüngere Generation wird es auch sein, die eines Tages einen Ausflug zu einer Talsperre machen kann, die gar nicht weit weg von Roth gebaut werden soll. Das ist Projekt "Brombachtalsperre", das als nächste größeres für den Landkreis Schwabach und damit auch für die Stadt Roth nicht uninteressant ist.

Ja, wer kennt denn hier schon das "Brombachtal"? Und dabei ist dieses keine 20 Kilometer von Roth entfernt. Zu finden in einer herrlichen Gegend und zwar in den Landkreisgebieten Weißenburg und Gunzenhausen, wo eben der "Brombach" durchs Tal fließt. er ist kein großer Fluß, sondern nur ein Bach, der aber eine große Zukunft vor sich hat. Denn eine Stück dieses Brombachtales soll eine Talsperre werden, also ein gewaltiger Speichersee (in der Größe des Tegernsees) der ganz wichtigen Zwecken dienen soll. Und somit sind wir beim "Kern der Sache", da auch Landrat F. P. Seifert es für richtig hält, daß die Öffentlichkeit über die Vorgänge, die mit der Errichtung der Brombachtalsperre in Zusammenhang zu bringen sind, etwas erfährt. Schon deswegen, weil es um die Niederwasseraufbesserung im mittelfränkischen Raum geht, die auch für das Landkreisgebiet Schwabach und für den Raum um Roth von großer Bedeutung ist.

So hat nun in diesem Monat bei der Obersten Baubehörde in München eine Besprechung stattgefunden, an der Ministerialrat Kirgis (Oberste Baubehörde), Landrat Seifert und der Leiter der in Roth ansässigen Kreisplanungsstelle Schwabach, Dipl.-Ing. Noack, teilgenommen haben. Diese Aussprache wurde in deiner Niederschrift festgehalten, die im wesentlichen das Projekt "Brombachtalsperre" und seine Auswirkung auf unseren engeren Raum erläutert, also auch für weitere Bevölkerungskreise von Interesse sein wird. Nachstehend zur Veröffentlichung übergeben wurde:

"1. Herr Landrat Seifert stellt einleitend die Frage, wann das Projekt der Brombachtalsperre der Öffentlichkeit übergeben werden könnte. Herr Ministerialrat Kirgis hält die Brombachtalsperre für eines unter mehreren Projekten, die vorgesehen sind, zur Niederwasseraufbesserung im mittelfränkischen Raum. Er stelle zunächst die Niederwassermengen der Roth mit 2,3 cbm/sec. und der Regnitz beim Einfluß der Pegnitz mit 11 cbm/sec. der Niedrigwasserführung der Donau von Kehlheim mit 80 cbm/sec. gegenüber. Er stellte weiter heraus, daß die Regnitz ab Fürth den an sie gestellten Anforderungen als Abwasserträger bereits heute nicht mehr gewachsen ist. Dies verschlimmert sich noch durch eine besonders starke Ansiedlung im Raum Fürth, Erlangen, Forchheim. Eine weitere Verschmutzung der mittelfränkischen Flußläufe wird durch die Heranbringung der Donau-Trinkwasserleitung erwartet. Durch Zuleitung von zusätzlichem Trinkwasser wird der Wasserbedarf Mittelfrankens automatisch steigen und es werden sich zwangsläufig auch größere Abwassermengen ergeben, die durch die bestehenden Flüsse gereinigt werden müssen.

2. Zur Aufbesserung der Niederwasserverhältnisse im mittelfränkischen Raum sind mehrere Projekte vorgesehen. Für den Landkreis Schwabach sind derzeit zwei besondere interessant:

Wasser zum Scheitel bei Heuberg

2.1 Niederwasseraufbesserung über den Rhein-Main-Donau-Kanal: Zum Füllen der Schleusen des RMD-Kanals wird an der Scheitelhaltung ein Wasserbedarf von 7cbm/sec. entstehen. Von diesen 7 cbm/sec. fließt die Hälfte, also 3,5 cbm/sec. in das Maingebiet und die andere Hälfte in das Donaugebiet zu Tal. Die 7 cbm/sec. sollen aus der Donau entnommen werden und zum Scheitel bei Heuberg geführt werden. Man erhofft sich durch die 3,5 cbm/sec., die über den Kanal dem Unterlauf der Rednitz und dem Main zugeführt werden, eine entsprechende Niederwasseraufbesserung dieser Gewässer.

Weiterhin ist vorgesehen, mit der Leitung aus der Donau zur Scheitelhaltung des RMD-Kanals eine zusätzliche Wassermenge zu transportieren. Dieses Wasser soll teilweise von der Scheitelhaltung in freien Abfluß der Roth zugeführt und teilweise durch Stichkanäle bis an die Pegnitz geführt werden. Es ist daran gedacht, eine Niederwasseraufbereitung vor Einfluß der Pegnitz in das Stadtgebiet Nürnbergs zu erreichen (Erlenstegen) und der Pegnitz eine weitere Niederwasseraufbesserung in der Gegend der Kläranlage Nord (Nürnberg-Doos) zukommen zu lassen. Zur Erfüllung dieser Aufgabe ist beabsichtigt, der Donau zusätzlich 15 cbm/sec. zu entnehmen. Davon sollen für die Projekte Niederwasseraufbesserung der Pegnitz vor dem Stadtgebiet und an die Kläranlage je 2 bis 3 cbm/sec. abgezweigt werden, so daß das Einzugsgebiet der Roth mit einer zusätzlichen Niederwasseraufbesserung von 9 bis 10 cbm/sec. rechnen könnte.

Die Entnahme von 15 + 3,5 = 18,5 cbm/sec. Wasser aus der Donau bringt der Donau mit ihren 80 cbm/sec. Niederwasserstand bereits eine fühlbare Schwächung des Wasserhaushaltes.

Es müssen deshalb, bevor an diese Maßnahme gedacht werden kann, im Oberlauf der Donau und der ihr zufließenden Gewässer regulierende Wasserspeicher angelegt werden, die einen entsprechenden Niedrigwasserstand der Donau garantieren. Die Anlage dieser Speicher ist, unabhängig von der Niederwasseraufbesserung des mittelfränkischen Raumes, auch zur Beseitigung des jährlich auftretenden Hochwassers im Raum Passau nötig. Mit der Niederwasseraufbesserung unseres Gebietes über die Roth kann deshalb erst nach Fertigstellung des RMD-Kanals und nach Fertigstellung der den Wasserhaushalt der Donau regulierenden Hochwasserspeichern gerechnet werden.

2.2 Niederwasseraufbesserung der Schwäbischen Rezat, Rednitz, Regnitz usw.

Zur Niederwasseraufbesserung der Schwäbischen Rezat wird derzeit das Projekt, das aufgestellt wurde von Baudirektor Weiß, auf seine Durchführbarkeit untersucht. Hier ist vorgesehen, Hochwasser der Altmühl in das Tal des Brombachs überzuleiten und dort anzustauen. Das Wasser soll in Zeiten, in denen die mittelfränkischen Flußläufe einen Niederwasserstand erreichen, diesen zugeführt werden und somit einen Aufbesserung des Wasserstandes im Rednitz-Regnitz-Gebiet erreicht werden. Die abzugebenden Wassermengen sind abhängig vom Wasserstand in den einzelnen Flüssen. Hierbei setzt sich die Oberste Baubehörde zum Ziel, am Zusammenfluß von Pegnitz und Regnitz einen Wasserstand von ca. 20 cbm/sec. zu erhalten. Dies bedeutet, daß bei dem gegenwärtigen Niedrigwasserstand an dieser Stelle von 11 cbm/sec. ohne Niedrigwasseraufbesserung aus der Roth max. 9 cbm/sec. aus dem Brombachtalspeichers abgegeben werden müssen.

Der Brombachtalspeicher würde im Zusammenhang mit Speicherseen in der Gegend von Gunzenhausen gleichzeitig zur Regulierung des Hochwassers der Altmühl beitragen. An eine Ausnutzung der aufgestauten Wasserkraft aus dem Brombachtalspeicher zur Gewinnung von elektrischer Energie kann nur in sehr beschränktem Maße gedacht werden, da die Wasserabgabenmengen sehr wesentlich von der Wasserführung der Rezat, Rednitz usw. abhängen.

So groß wie der Tegernsee

Nach einem Gutachten des Geol. Landesamtes eignet sich das Gebiet des Brombachs zur Anlage eines derartigen Wasserspeichers. Probebohrungen sind zur Zeit im Gange. Herr Ministerialrat Kirgis hat sich bereiterklärt Ergebnisse der Landkreisverwaltung Schwabach unverzüglich nach Erhalt mitzuteilen. Die Brombachtalsperre wird mit einem Fassungsvermögen von ca. 150 Mill. cbm Wasser eine Größe erreichen, die etwa dem Tegernsee entspricht.

3. Die unter 2.1 und 2.2 aufgeführten Pläne zur Niederwasseraufbesserung des Mittelfränkischen Raumes können unabhängig nebeneinander verwirklicht werden und es ist anzunehmen, daß, vorausgesetzt die Bodenverhältnisse erweisen sich als günstig , das Projekt Brombachtalsperre vor dem Projekt Überleitung von Donauwasser über den RMD-Kanal fertiggestellt werden kann. In beiden Fällen sind noch viele planerische Überlegungen nötig, um die Projekte zur Ausführung bringen zu können."

Diese Niederschrift ist auch der Oberste Baubehörde in München zugegangen und zwar von Landrat Seifert in seiner Eigenschaft als Landtagsabgeordneter, verbunden mit der Bitte, die Landkreisverwaltung Schwabach über den Fortgang auf dem Laufenden zu halten. Daß für dieses bereits seit langem allerlei Vorbereitungen getroffen wurden, wie Bohrungen usw., ist kein Geheimnis mehr und daß eines Tages die "Brombachtalsperre", also ein großer Speichersee ein Ausflugsziel auch der Rother sein wird, darüber gibt es keine Zweifel. Fragt sich nur wann.

 

 

Auf kurzem Weg zum "Fränkischen Tegernsee"
Ein Wasserspeicher für die Altmühl und Rezat

Der Brombachspeicher wird unserem Raum grundliegend verändern - Oberregierungsbaurat Überrück sprach über die Ergebnisse von Untersuchungen - Erst die Oberste Baubehörde wird endgültige Pläne erstellen - Brombachtalsperre ist nur ein Teil der umfassenden Baumaßnahmen - Das Ufer soll nicht in private Hand gelangen

Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung, 04.11.1969

Für die Bewohner des Schwabacher Raumes ist ein herrliches Erholungszentrum im Süden zu erwarten

ROTH - Es liegt etwa vier Jahre zurück, als wir erstmals in einem ausführlichen Bildbericht den Zukunftsplan "Brombachspeicher" bzw. "Tegernsee in Mittelfranken", aufgegriffen haben, weil sich nach einer Realisierung auch der Landkreis Schwabach grundlegend verändern würde. Nun sprach kürzlich in Weißenburg Oberregierungsbaurat Wilhelm Überrück vom dortigen Wasserwirtschaftsamt wobei die Brombachtalsperre ein Bestandteil seiner Ausführungen war.

Seit Beginn des Jahres sei, so Überrück, das Wasserwirtschaftsamt mit der Erstellung von sechs Studien beschäftigt, die jetzt gefertigt werden. Dabei gebe es nicht allein um die Bereinigung der Verhältnisse im Bereich von Altmühl und Brombach, sondern auch um die Überleitung von Altmühl- und Donauwasser in das Rednitz- und Maingebiet.

Dem Vorhaben seien zwei Grenzen gesetzt. Einmal sei die Altmühl von Pappenheim bis Dietfurt in der Oberpfalz in den 30er Jahren so ausgebaut worden, daß einen Erhöhung der Zufuhr im oberen Gebiet nicht unbeschränkt möglich sei - daraus würden sich die Überlegungen zur Bildung von Wasserrückhalt ergeben -, zum anderen müsse man die Gesamtsituation im Mittelfränkischen Raums in bezug auf Niederschlag und Abfluß sehen. Das betreffende Gebiet sein ein Trockeninsel im mittelfränkischen Raum.

Maßgebend bei den Überlegungen sei, daß das Altmühltal unter den wasserwirtschaftlichen Gegebenheiten stark leide und es im Großraum Nürnberg an Wasser mangele. Zwischen den beiden Interessen sei ein Austausch durchzuführen. So werde in den Studien der Versuch gemacht, Wasser aus der Donau dem Maingebiet zuzuführen - über den Wasserscheide hinweg.

Auf die Altmühl eingehend, erklärte die Referent, unter der Altmühlbrücke in Gunzenhausen würden jährlich 90 bis 100 Millionen Kubikmeter Wasser durchfließen. Dies verteile sich auf Hoch- und Niederwasser - ein Erheblicher Teil jedoch gehe auf das Konto des Hochwassers. Diese Wassermenge stehe jedoch nicht in voller Höhe zur Verfügung, da die Altmühl sonst geschwächt werde. Man wolle vielmehr erreichen, daß die Altmühl in Niederwasserzeiten eine Aufbesserung erfahre. 180 Liter pro Sekunde bei Niederwasser stünden jetzt in Gunzenhausen rund 100 00 Liter pro Sekunde bei Hochwasser gegenüber. Um das Altmühlwasser zu sanieren müsse bei Niederwasser eine Wassermenge von 800 bis 1000 Sekundenlitern garantiert werden, also 30 Millionen Kubikmeter pro Jahr.

Die übrigen 60 Millionen Kubikmeter wasser stünden zur Verfügung, um in die Brombachtalsperre eingeleitet zu werden. Mit ihnen soll auch eine Niederwasseraufbesserung der Rednitz erricht werden, nämlich von 12 auf 27 Kubikmeter pro Sekunde. Da jedoch das Altmühlwasser dafür nicht ausreiche, soll mit einer Pumpleitung über den noch in Bau befindlichen Rhein-Main-Donau-Kanal weiteres Wasser in diese Gebiet geführt werden.

Der Brombachspeicher habe also die doppelte Aufgabe, bei Ausfallzeiten der Donau einzuspringen und der Verbesserung der Verhältnisse im Altmühltal zu dienen.

Die sechs vom Wasserwirtschaftsamt zu erstellenden Studien würden je zur Hälfte den Ausbau von Gewässern und die Speicherplanungen umfassen. Alle Teilstudien - auch die der noch beteiligten Ämter - würden in München von der Obersten Baubehörde zu einer Gesamtstudie verarbeitet und dann dem bayerischen Landtag zu Bewilligung der Mittel und der Durchführung zugeleitet.

In greifbarer Nähe sei bislang der Ausbau der Altmühl gerückt, fuhr Überrück fort. Das Gesamtkonzept sehe vor, die Fließgeschwindigkeit des Flusses von bisher bei Gunzenhausen sieben auf 25 cbm/Sek. und bei Pappenheim von 14 auf 35 cbm/Sek. zu verbessern. Oberhalb von Gunzenhausen werden ein Überleitung in den Brombachspeicher münde. Damit wolle man bei Hochwasser dem Fluß Wasser entziehen.

Die Vorstellung des Amtes wurden von zwei Überlegungen beeinflußt. Bei einer Wiesennutzung des Tales würde eine Fließgeschwindigkeit von 22,5 cbm/Sek. bei Gunzenhausen und von 30 cbm/Sek. bei Pappenheim ausreichen, denn dann würde man - wie vielfach Bauern gewünscht hatten - im Winter nach wir vor Überschwemmungen und Überflutungen hinnehmen. Wolle man jedoch im Tal Äcker anlegen, sei eine Geschwindigkeit von 25 cbm,/Sek. bei Gunzenhausen und 55 cbm/Sek. bei Pappenheim erforderlich. Das Amt habe sich für die oben genannte Zwischenlösung entschieden, die erhebliche Verbesserungen der Verhältnisse und einen sehr hohen Grad an Hochwassersicherheit mit sich bringen würden.

500 Hektar großes Ausgleichsbecken geplant

Das Ausgleichsbecken, das zwischen Gunzenhausen und Ornbau gebaut erden soll, wird nach den Plänen eine Wasserfläche von 500 Hektar und einen Wasserstau von 1,70 m bekommen. Die Altmühl wird bei Ornbau eingeschöpft und in die neue Trasse verlegt. Vom Altmühl-Ausgleichsbecken gehe eine Überleitung zur Brombachtalsperre.

Da die Altmühl ein Fluß mit außerordentlich geringem Gefälle ist, beabsichtigt man sie ab Pappenheim zu vertiefen. Deshalb müßten sechs neue Klappenwehre eingebaut werden, durch die man günstige Vorflutpunkte bekommen will. Zudem haben dann die Entwässerungsgräben im Altmühltal mehr Sinn. Auch Brückenbauwerke müssen erneuert werden, da die Altmühl bei Gunzenhausen 18 (bisher acht) und bei Pappenheim 30 (bisher 12-15) Meter Sohlentiefe bekommen soll. Die Kosten für diese Art des Altmühlausbaues wird von Überrück mit 30 Millionen Mark beziffert. Für eine reine Ackerlösung würden sie ein Drittel mehr betragen.

Überrück widmet sich dann der Brombachtalsperre, die aus einer acht Kilometer langen Überleitung vom Altmühlausgleichsbecken gespeist wird. Die Leitung durchstoße die europäische Wasserscheide und gehe in diesen Bereich sehr tief - an der Scheitelhaltung 35 - 38 Meter. Bein einem offenen Kanal würde die eine Gerinne von Oben 170 bis 180 Meter Breite bedeuten. Daher werde ein zwei Kilometer langer Kanal unterirdisch durch den Berg geführt, mit einem Querschnitt von 4,5 Metern.

Die Hauptsperre des Brombachspeichers ist etwa bei der Mandlesmühle geplant, sie wird 2150 Meter lang und 40 Meter hoch die Sperre bei Brombach wird 1800 Meter lang und 16 Meter hoch und die bei Igelsbach 600 Meter lang und 16 Meter hoch. Die Talsperre soll ein Fassungsvermögen von 130 Millionen Kubikmeter Wasser bekommen. Zur Füllung werden 60 Millionen Kubikmeter der Altmühl entnommen und 10 Millionen dem Brombach und Igelsbach. Zwei Jahre werden zur Füllung benötigt.

Der Speicher bedeckt eine Fläche von 1250 Hektar, von denen sich 390 in öffentlichem Besitz bei Land und Gemeinden befinden und 870 in privater Hand. Er hat - bei Hochwasser - eine zusätzliches Fassungsvermögen von 10 Millionen Kubikmetern. Die Uferlänge beträgt 30 Kilometer, davon sind 22 in Privathand. Die drei Dämme haben eine Kubatur von insgesamt 4,8 Millionen Kubikmetern. Da daß Stauziel bei 411 Metern über normal Null liegt, ist es theoretisch sogar möglich, bei Trockenheit Wasser in die Altmühl zurückzuführen. Mit dem Ausbau des Brombachspeichers tauchen auch einige Probleme auf, wie dei Verlegung der Staatsstraße 2222, die direkt durch den See geht und die Verlegung der Kreisstraße GUN 13.

Am Speicher wolle man, führte Überrück aus, vermeiden, daß , ähnlich wie bei den oberbayerischen Seen, das Ufer in private Hand gelange. Deshalb bestehe die Absicht, neben dem reinen Speichergrund noch einen zusätzlichen Uferstreifen zu erwerben. Um den See herum soll eine Uferstraße gebaut werden, die jedoch ausschließlich der Unterhaltung und dem Betrieb des Sees dienen soll - für Fußgänger wird sie allerdings frei sein. Hand in Hand mit dem Bau des Sees werde auch eine Interessensgemeinschaft die Nutzung für die Freizeit ausarbeiten und in Flächenutzungsplänen darlegen.

Die Brombachtalsperre soll zur Wasserversorgung im Nürnberger Raum herangezogen werden. Dazu ist es nötig, Brombach und Schwäbische Rezat bei Georgensgmünd auszubauen. Bei beiden Gewässern ist die Möglichkeit, Hochwasser aufzunehmen, nicht groß. Im Rezattal müßten dazu auch neue Stauanlagen geschaffen werden - Baukosten: 7,2 Millionen Mark, davon zwei Millionen für den Brombach.

Abschließend erklärte Überrück, daß die Brombachtalsperre auch der Erholung der Bevölkerung Mittelfrankens oder gar Nordbayerns dienen soll und zur Badezeit zur Verfügung stehe. Absenkungen seien nur zwischen Oktober und März zu erwarten. Die Brombachtalsperre nannte Überrück den Tegernsee Nordbayerns, da sie die gleichen Ausmaße bekomme, während die Vorsperre die Größe des Schliersees bekommen werde.

Er, wie vor ihm auch Landrat Dr. Georg Hofmann, wiesen jedoch ausdrücklich darauf hin, daß all diese Angaben Ergebnisse einer Studie seien, keineswegs also ein exakter Plan. Es handle sich hierbei um Material, das dem bayerischen Landtag im Rahmen einer Gesamtstudie vorgelegt werde, also noch mit Vorbehalt zu genießen sei.

 

Duft der großen Welt weht auch in Birkach

Die Talsperre "Kleine Roth" wird in den 80er Jahren dem Fremdenverkehr im Landkreis ungeheueren Auftrieb verleihen - Stausee von der Größe des Schliersees sorgt für den Ausgleich zwischen Donau und Rednitz-Main auf der Scheitelhaltung - Kühnes Projekt

Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung, 04.07.1970

Kreis Hilpoltstein darf sich schon im Glanz der Zukunft sonnen

HILPOLTSTEIN (fr) - Die kleine Ortschaft Birkach, ein bißchen abseits aller Hauptverkehrsstraßen, genießt ihren neuen Horizont. Weite Parkplätze säumen die Peripherie, ein Rasthaus bringt Gewinn, und am Strand des großen Sees sonnen sich Hunderte von Gästen des nahen, großen Luxushotels. Das ist eine Vision für die achtziger Jahre. Bayerns Innenminister Dr. Bruno Merk macht's möglich.

Es hat dem Bayerischen Landtag eine umfangreiche Studie zur Überleitung von Altmühl- und Donauwasser in das Regnitz-Main-Gebiet vorgelegt - wir berichteten darüber - im Zusammenhang mit dem Bau des Schifffahrtskanals Rhein-Main-Donau. Kern dieser Studie ist für regionale Interessen das Projekt einen Stausees, der etwas 215 Hektar, die Größe des Schliersees erreichen soll, samt Talsperre unter der offiziellen Bezeichnung "Talsperre Kleine Roth".

Diese Talsperre mit Stausee ist nur ein kleines Glied in einem wasserwirtschaftlichen System, das bei dem heutigen Preisstand mit 560 Millionen Mark veranschlagt wird. Sein Sinn wird verständlich, wenn man weiß, daß der Großschifffahrtskanal zwischen Nürnberg und er Einmündung in die Donau bei Dietfurt/Kehlheim kein ebenmäßiges Gefälle in diese Richtung aufweisen kann. Das Wasser hält sich in dem breiten Kanalbett vom Main und Regnitz/Rednitz her über die kleine Roth bis in den Landkreis Hilpoltstein. Hier ist - etwas bei Heuberg - die berühmte Wasserscheide zwischen Main und Donau zu überwinden. Die Techniker nenne diesen topografischen Höhepunkt des Schifffahrtsweges die "Scheitelhaltung". Um diese Strecke über den Vorjura mit ausrechend Wasser zu versorgen, tritt an die Stelle utopischer Pumpwerke ein System von Stauseen, die den Wasserausgleich zwischen Rednitz und Altmühl herbeiführen.

Fertigstellung bis 1981

Der bayerische Innenminister hat in seiner Studie für den Landtag die Ergebnisse von Untersuchungen und Planungen für ein komplexes System zusammengefaßt, das er als Kernstück der wasserwirtschaftlichen Zielsetzungen in Bayern betrachten wissen will. Dazu heißt es in der Studie wörtlich:

"In verschiedenen Gebieten Nordbayerns hemmt Wassermangel die eitere wirtschaftliche Entwicklung Die Studie zeigt auf, wie die wasserwirtschaftlichen Verhältnisse in diesen Gebieten verbessert werden können. Es soll Donau- und Altmühlwasser über den künftigen Main-Donau-Kanal und über die Talsperre (Brombachspeicher) in das Regnitz-Main-Gebiet übergeleitet werden. Zum Überleitsystem gehören drei große Speicherseen: die Brombachtalsperre, die mit etwas 1100 Hektar größer sein wird als der Tegernsee, das Ausgleichbecken Altmühltal, das mit etwas 500 Hektar Größe dem Kochelsee vergleichbar ist, und die Talsperre Kleine Roth, die mit etwa 215 Hektar so groß sein wird wie der Schliersee.

Es ist zu erwarten, daß diese Seen Hauptanziehungspunkte eines überregionalen Erholungsgebietes werden, dessen Einzugsbereich sich im Süden bis Ingolstadt und im Norden bis Bamberg und Bayreuth ausdehnt. Der volkswirtschaftliche wert des Unternehmens ist durch eine Kosten-Nutzen-Analyse nachgewiesen. Wenn der Landtag diesem Vorhaben zustimmt, könnte es bis 1981 verwirklicht werden, im gleichen Jahr, in dem auch die Main-Donau-Schifffahrtsstraße vollendet sein wird".

Zwei verschiedene Wege

Die Überleitung von Altmühl- und Donauwasser in das Regnitz-Main-Gebiet ist auf zwei verschiedenen Wegen geplant: über den Main-Donau-Kanal mit der Talsperre Kleine Roth und über den Brombachspeicher. Zur Überleitung ist vorgesehen, Wasser aus der unteren Altmühl bei Dietfurt und aus der Donau bei Kehlheim in Pumpwerken stufenweise von Schleuse zu Schleuse bis in die Scheitelhaltung des Kanal fördern; über den Ausgleichsspeicher in der Kleinen Roth soll das Wasser zur Aufhöhung der Niedrigabflüsse von Rednitz, Regnitz und Main abgegeben werden.

Über den Brombachspeicher soll Überschußwasser aus der oberen Altmühl, insbesondere Hochwasser, für die Niedrigwasseraufhöhung im Regnitz-Main-Gebiet nutzbar gemacht werden. Im einzelnen ist vorgesehen, das entbehrliche Wasser der Altmühl in einem Ausgleichsbecken zwischen Ornbau und Gunzenhausen aufzufangen und in einem "Überleitergerinne", das die Hauptwasserscheide Donau-Rhein überquert, der Brombachtalsperre zuzuführen. Aus dem Speicherraum der Talsperre kann nach Bedarf Zusatzwasser über die Schwäbische Rezat an Rednitz, Regnitz und Main abgegeben werden. Außerdem wird durch Ableiten des Altmühlhochwassers und Ausbau der Altmühl des Mittellauf des Flusses vor Hochwasser geschützt.

Beide Teilsysteme, Kanalüberleitung und Brombachspeicher, sind zwar in sich geschlossene technische Einheiten und unabhängig voneinander wirksam, in der wasserwirtschaftlichen Zielsetzung jedoch sind sie eng miteinander verknüpft; sie bilden ein wasserwirtschaftliches Gesamtsystem. Der zusätzliche Wasserbedarf zur Aufhöhung der Niedrigabflüsse an Rednitz, Regnitz und Main wird regelmäßig durch das Teilsystem Kanalüberleitung gedeckt, solange Wasserabfluß und Wassergüte der Donau dies zulassen. Werden bestimmte Grenzen unterschritten oder treten betriebliche Störungen auf, so muß auf das in den Talsperren am Brombach und an der Kleinen Roth gespeicherte Wasser zurückgegriffen werden. Von der Stadt Roth an steht dann das Zusatzwasser aus beiden Teilsystemen in der Rednitz jederzeit zur Verfügung. Die wasserwirtschaftliche Zielsetzung, den Niedrigabfluß von Rednitz, Regnitz und Main auf die größtmögliche technische und wirtschaftlich vertretbare Höhe zu bringen, ohne die Niedrigabflüsse auf der Donauseite unzumutbar zu verringern, kann nur durch das Zusammenwirken beider Systeme sicher erricht werden.

Der Zufluß steigert sich

Die Hauptaufgabe der Talsperre Kleine Roth im Teilsystem Kanalüberleitung ist, die im 18stündigen Pumpbetrieb im Main-Donau-Kanal geförderten Wassermengen auf eine gleichmäßige 24stündige Abgabe auszugleichen. Daneben soll sie kurze Betriebsunterbrechungen im Fördersystem überbrücken und das Niedrigwasser der Roth auf einen Kubikmeter pro Sekunde auch dann aufhöhen, wenn einen Wasserentahme aus der Donau nicht mehr zulässig ist. Mit einer Wasserfläche von 215 Hektar wird die Talsperre über ihre wasserwirtschaftliche Zweckbestimmung hinaus für den Badebetrieb und Wassersport große Bedeutung erlagen.

Der Talsperre sollen über den Main-Donau-Kanal von 1981 an durchschnittlich etwa 105 Hektokubikmeter im Jahr zufließen. Mit steigendem Bedarf soll sich diese Menge von 1990 an auf 140 Hektokubikmeter und vom Jahr 2001 an auf 250 Hektokubikmeter jährlich erhöhen. Hinzu kommen noch die Zuflüsse aus dem Niederschlagsgebiet der Kleinen Roth. das ist kolossale Zukunftsmusik.

Birkach liegt am Nordufer des Sees

Nach verlockender klinkt für die Wirtschaft der nächsten Generation, was sich die Planer als Folgeerscheinung des Mammutprojektes auf dem Gebiet des Fremdenverkehr ausgedacht haben. Weil in Franken nur wenige für Sport und Erholung geeignete Seen vorhanden sind, soll die Talsperre Kleine Roth bald nach ihrer Fertigstellung Kernstück eines regionalen Erholungsgebietes und bevorzugtes Ziel für Naherholung und Fremdenverkehr sein.

Zum Einzugsgebiet der Talsperre wird vorrangig der Wirtschaftraum Nürnberg - Fürth - Erlangen - Schwabach mit ungefähr einer Million Einwohner gezählt. Um den zu erwartenden Strom von Erholungssuchenden sicher in das Gebiet zu leiten und dort zwanglos aufzunehmen, müssen die örtliche und überörtliche Verkehrsplanung entsprechend abgestimmt und der Nahbereich der Talsperre mit Erholungs- und Fremdenverkehrseinrichtungen ausgestattet werden. Für die Möglichkeit der Flächennutzung wurden nach den landwirtschaftlichen, wasserwirtschaftlichen und baulichen Gegebenheiten Vorstellungen entwickelt, die einen Grundlage für die Bauleitplanung für die Gemeinden bilden sollen.

Als Zentrum für die Naherholung und den Fremdenverkehr eignet sich die Gemeinde Birkach wegen ihrer günstigen Lage am Nordufer des Sees und der bereits bestehenden infrastrukturellen Einrichtungen. Zwei Unterzentren werden im Bereich der Hauptsperre entstehen. Im Ausstattungsprogramm müssen Parkplätze, Camping- Sport- und Spielplätze, Badeplätze und Liegewiesen, Bootsanlegestellen, Hotels und Motels, Gaststätten und Jugendherbergen entstehen. Mit letzteren ist ein guter Anfang schon gemacht. Solche Vorstellungen aus München müssen den Bewohnern des Landkreises Hilpoltstein wie Musik in den Ohren klingen. Was zählen da schon Dissonanzen wie die, daß sich die Jägerschaft einen neuen Tontaubenschließplatz suchen muß, das heutige Lehrrevier von Applhof ins Wasser fällt und wahrscheinlich der unscheinbare Weiler Hasenbruck mit halb Zwiefelhof in den Fluten versinken wird. Und die Brunnbachgruppe tut gut daran, ihre Wasserversorgung in diesem Gebiet heute schon darauf einzustellen. Aber vielleicht ist das alles doch erst ein Problem der nächsten Generation.

 

Ein Paradies nicht nur für Betuchte

Gespräch mit den Seenberatern Überrück und Schmidt - wird Brombach-Vorsperre schon 1984 geflutet? - Ein Wirtschaftszweig (Landwirtschaft) löst den anderen (Fremdenverkehr) ab - Absberg investiert

Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung, 17./18.05.1981

Speicher-Seen müssen kommen

ROTH / GUNZENHAUSEN – Für beiden Bauoberräte Wolf-Dieter Überrück und Peter Schmidt ist alles klar: Auch die Brombach-Talsperre, der Rhein-Main-Donau-Kanal und deshalb auch der Rothsee werden gebaut.

Ihre Begründung ist einfach: Wenn der Rhein-Main-Donau-Kanal nicht kommt, gibt es keine Überleitung von Donauwasser in das Regnitz-Main-Gebiet. Diese aber ist aus vielerlei Gründen für das wasserarme Nordbayern bis hinauf nach Aschaffenburg so notwendig, wie das sprichwörtliche Wasser zum Leben.

Käme also die Überleitung nicht, dann würde dies den "Tod der Wirtschaft" im anvisierten Raum bedeuten, oder doch zumindest eine "Stagnation", die weder vertretbar ist, noch die Politik und die Politiker ruhig schlafen lassen kann oder wird.

Wolf-Dieter Überrück nennt dies ein wirtschaftspolitisches Potential, das nicht ruhen wird, bis Kanal, Rothsee und Brombach-Talsperre stehen wird.

Wolf Dieter Überrück und Peter Schmidt vertreten die Regierung von Mittelfranken in der Seenberatungs- und Koordinierungsstelle in Gunzenhausen. Bei ihnen laufen die Fäden der gesamten Seenentwicklung im mittelfränkischen Raum zusammen.

Speziell über die Möglichkeit des Segel- und Surfsportes an der Brombach-Vorsperre, über die Oberbaurat Überrück am vergangenen Samstag vor den Mitgliedern des Segel- und Windsurfing-Club Enderndorf am Brombachsee referierte, sprachen wir in Gunzenhausen.

Sportmöglichkeiten allerdings gibt es nur wenn auch das Gebiet dafür als solche ausgewiesen ist. Sportmöglichkeiten aber gibt es auch nur, wenn so gebaut wird, wie es die buntschillernden Prospekte verheißen, all dies aber ist wiederum nur möglich, wenn trotz knapper Geldmittel irgendwann - der alte Zeitplan ist ohnehin schon längst nur noch eine Reminiszenz - einem möglichst breiten Publikum der See zur Verfügung gestellte werden kann.

Mit der Flutung der Brombach-Vorsperre rechnet man jetzt im Jahre 1984 (optimistisch) und 1985 (realistisch). Allerdings unter der Voraussetzung, daß das Geld so weiter fließt, wie man es erwarten kann. Weil nun das ganze Seengebiet so verzahnt ist - Altmühlbecken, Brombachsee, Rothsee und natürlich auch der RMD-Kanal - was im übrigen kein wirtschaftliches Problem darstellt, sondern in erster Linie dem Wasserhaushalt Nordbayerns den Entscheidenden Auftrieb geben soll - kann einer das Maßnahmen - so die beiden Experten in Gunzenhausen - gar nicht ausfallen.

Kürzer Ausgedrückt: Ohne RMD-Kanal keine Überleitung aus dem Donauraum, keine Brombachtalsperre, kein Rothsee. Weil aber Nordbayern dieses Wasser braucht, lebensnotwendig für seine Wirtschaft, für seine Kraftwerke benötigt, und weil dahinter auch Arbeitsplätze stehen, aber auch die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung Nordbayerns, gibt es nach Ansicht der beiden Oberbauräte keine Alternative.

Nachdem die Brombach-Vorsperre die erste Möglichkeit für den Raum Roth sein wird, Wassersport zu betreiben, mit dem Segel- und Surfparadies sozusagen vor der Haustüre, haben so manche Sportler und Badegäste die Furcht, daß die sogenannten "Großkopferten" ihnen die besten Brocken am See wegschnappen werden. Diese Angst zerstreut Wolf-Dieter Überrück. "Keine Chance". Das ganze Seeufer - zumindest 50 Meter vom Uferrand - ist im Allgemeinbesitz.

Natürlich wird man auch hier reglementieren müssen. Nicht jeder kann, wo er gerade will seine Jolle ins Wasser lassen oder surfen, wo er lustig ist . schon im Interesse der anderen Badegäste. Der Plan sieht an der Vorsperre eine gerade im Entstehen begriffene Badeinsel bei Absberg vor. Hier in der Nähe wird es dann auch Jollen-Liegeplätze, Grasliegeplätze für die Vereine und Individualisten geben.

3000 Parkplätze werden zur Zeit angelegt

Für Badegäste und Sportler werden Duschmöglichkeiten geschaffen - Die Frage, ob Kielboote zugelassen werden sollen, ist noch nicht geklärt

Auf der besagten Badeinsel sind gerade 3000 Parkplätze dabei fertig zu werden, Duschen, WC, Aussichtsturm usw. werden errichtet. Man hat sogar ausgerechnet, wie viele Boote und Surfer auf dem 270 Hektar großen Vorsperren-See sich aufhalten dürfen - genau 270. Und weil das nun mal so ausgerechnet wurde, geht man weiter: es werden etwa 500 bis 600 Grasliegeplätze für Boote zu Verfügung gestellt werden können. Mehr als genug meinen die Initiatoren, schon deshalb, weil die Vereine zwar reichhaltig Mitglieder haben, aber verständlicherweise erheblich weniger Bote. Der eine oder andere - wohl einheimische Verein - wird Liegeplätze in der Größenordnung von 50 Booten etwa anmieten können, der Rest steht denen zur Verfügung, die nicht soviel von Vereinen halten. Dabei wird man, wie man uns in Gunzenhausen versicherte ein besonderes Auge auf die Surfer richten, die sich derzeit vermehren wie die auch bekannten Kaninchen.

Wenn der See überbevölkert werden sollte, dann gilt als Notbremse der Plan, der vorsieht, daß die "Seefahrer" sich bei einer Zentrale zu melden haben und dort irgendein Zeichen, gedacht ist an einen Wimpel, bekommen, das ihnen das "In die See stechen" erlaubt.

Man ist allerdings auch überzeugt, daß nach einem gewissen Anlaufraum, sich alles selbst ins rechte Lot bringen läßt. Oberbayerische Seen sind dafür ein Beispiel. Dort kann auch heute noch während der Woche bei schönstem Wetter ein Segler wenden oder halsen wie es ihm beliebt, wenn er nicht aus eigener Ungeschicklichkeit baden geht.

Immer wieder kommen sowohl Wolf-Dieter Überrück und Peter Schmidt darauf zu sprechen, daß das ganze Unterfangen selbstverständlich eine ungeheuere Umstrukturierung der dortigen Bevölkerung mit sich bringt. Schließlich haben die meist in der Landwirtschaft tätigen Anwohner am Altmühlsee und Brombachsee 1200 Hektar geopfert - ohne Enteignung, wie Oberbaurat Überrück gern betont - nun müssen sie sich in den nächsten Jahren auf Unterbringung und Bewirtung der erwarteten Gäste umstellen. Ein Wirtschaftszweig löst den anderen ab.

Betrachtet man Absberg, sieht man, daß es die dortigen Bürger schon längst begriffen haben. Kaum ein Haus, das nicht renoviert wird - die Flurbereinigung und der Staat tun hier viel mit gutem Rat und mit - verschämt gesteht man auch da ein - viel staatlichem Zuschuß. Absberg wird einen Modellcharakter für Bayern bekommen.

Was auch bedeutet, daß die für die Seen Verantwortlichen versuchen werden, Besucher, Gäste, Wassersportler und die einheimischen so miteinander zu verquicken, daß der See allen Seiten Positives zu vermitteln vermag. Anders gesagt: Für den hergegebenen Grund sollen die Anwohner mit dem entschädigt werden, was die Seenbenutzer dalassen. Das ist es Wiederum auch, was den Otto Normalverbraucher seinen Wassersport erschwinglich machen läßt. Kein feudales vereinseigenes Clubhaus allenfalls ein allen zugängliches Segelzentrum.

Dabei spielt dann auch der Campingplatz in Langlau eine Rolle , eine weitere Möglichkeit für Otto Normalverbraucher zu segeln, zu surfen, zu baden und sich im Ort zu verpflegen.

Ob und wann Kielboote zugelassen werden, ist nicht bekannt. Man hat einen Platz für die vorgesehen, was bedeutet, daß Stege errichtet werden müssen.

Und nun noch ein paar Zahlen und Informationen, die am Rande in die Diskussion eingeflossen sind:

Von den benötigten 35 Millionen Mark sind zur Zeit nur 23 Millionen Mark freigegeben, alles wartet darauf, daß der Rest auch noch freigegeben wird, wenn dies nicht der Fall sein wird, dann bedeutet es, Abschied zu nehmen von einem Termin 1984/85. Aber selbst der Bund hat mittlerweile eingesehen, daß er seinen Verpflichtungen nachkommen soll.

Das Überleitsystem ist sowohl für die angesprochene Wirtschaft, besonders im Bereich der Kraftwerke als Kühlwasser unumgänglich, auch die Landwirtschaft in unserem Landkreis Roth warten mit ihren Sonderkulturen Hopfen und Tabak auf dieses Wasser.

Zum Rothsee: Er verliert innerhalb einer Woche etwa 1,50 Meter seines Wasserstandes, wird aber am Wochenende auf den bekannten Stand aufgepumpt. Sollte er tatsächlich, wie hier befürchtet wird, einmal auf 7,50 Meter absinken, dann gilt dies nur für alle "Jubeljahre", wenn eine ganze Reihe negativer Einflüsse zusammentreffen.

Für die Brombach-Talsperre beginnt im nächsten Jahr das Planfeststellungsverfahren, dessen Ende man mit 1983 angibt. Wenn alles so läuft, wie es sich die Planer vorstellen, wird der Brombach-Hauptsee kaum vor 1990 fertig werden.

 

Das Seen-Zeitalter begann mit Probestaus

Am Wochenende wurden der 500 Hektar große Altmühlspeicher und die Brombachvorsperre erstmals geflutet - Nach dem Öffnen des Zuleiters war das Ausgleichsbecken innerhalb von 24 Stunden auf eine Höhe von 1,80 Meter angefüllt

Schwabacher Tagblatt, 10.01.1986

GUNZENHAUSEN - Das "Neue Fränkische Seenland" will sich profilieren. Die Werbegemeinschaft mit gleichem Namen wird daher mit drei eigens dafür gestalteten Ständen bei den Freizeit- und Wassersportmessen in Stuttgart (11.-19. Januar), in Düsseldorf (18.-26. Januar) und in Essen (15.-23. März) vertreten sein. Aufgelegt werden dort die druckfrischen Broschüren und Prospekte, die erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

Geworben wird unter einem einheitlichen Erscheinungsbild mit dem Slogan "Wasser, Wälder, Gastfreundschaft". Das kommt in dem von dem Grafik-Designer Reinhard G. Bienert aus Kammerstein entworfenen Signet zum Ausdruck.

Eine in 50.000 Exemplare verbreitete Panoramakarte vermittelt die genaue Lage von Altmühl-, Brombach- und Rothsee. Außerdem wird die Nähe zu Nürnberg optisch unterstrichen. Auf der Rückseite finden sich neben einer kurzgehaltenen allgemeinen Beschreibungen der Vorzüge des künftigen Naherholungs- und Urlauberreviers zahlreiche Fotos mit typischen Motiven.

Herausgebracht wurde zudem ein 48seitiger, vierfarbiger Katalog, in dem neben preiswerten Zimmern in Hotels, Gaststätten, Pensionen oder von Privatvermietern auch Hinweise für Familienurlauber in Ferienhäusern sowie Ferienwohnungen oder für Urlaub auf dem Bauernhof enthalten sind.

Reich bebildert ist der sogenannte Image-Prospekt. Auf 20 Seiten werden die Sport- und Freizeitmöglichkeiten, Landschaft, Natur, Kunst, Kultur und Brauchtum im "Neuen Fränkischen Seenland" offeriert. Es soll eine Einladung an alle sein, "die Wasser und Wälder lieben und Gastfreundschaft zu schätzen wissen".

Die Werbegemeinschaft war im Juli vergangenen Jahres als Vorläufer eines künftigen Gebietsausschusses aus der Taufe gehoben worden. Im Form einer Probeehe haben sich die Zweckverbände Altmühl-, Brombach- und Rothsee zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen.

Ziel der Werbegemeinschaft ist es, auf der Grundlage den Entwicklungsgutachtens und >Marketingkonzeptes vom Juli 1983 die für das neue fränkische Seenland erforderlichen Maßnahmen der Werbung und Absatzförderung vorzubereiten und zu erarbeiten, zu koordinieren und mit anderen Fremdenverkehrsgebieten abzustimmen.

Mit Hochdruck wird gegenwärtig an einen "Urlaubs-ABC" gearbeitet. Es wird alle Fremdenverkehrseinrichtungen und Sehenswürdigkeiten enthalten. Einig ist man sich darüber, künftig im gesamten Seenland die Wander-, Rad- und Reitwege sowie die Langlaufloipen einheitlich mit dem Emblem zu markieren.

Als nächste Aufgabe wurde die Aufbereitung des Gebietes für den Fremdenverkehr genannt. Unter anderem bedeutet dies eine Verbesserung der Qualität der Beherbergungsbetriebe. Großes Augenmerk wird auch auf die Betreuung des Urlaubers während seines Aufenthaltes gelegt. Gedacht ist an Surf- und Segelkurde, Wanderungen, Dia-Vorträge und Ausflugsfahrten in das Altmühltal, entlang der Romantischen Straße oder nach Nürnberg.

Mit dem "Neuen Fränkische Seenland" wurde eine weitere Schublade aus dem Zauberschrank Franken geöffnet, meinte Verbandsdirektor Michael Weber. Für die Werbegemeinschaft sei es ein Vorteil, daß sie das Fremdenverkehrsgebiet vom Nullpunkt an entwickeln kann. "Dadurch können Fehler vermieden werden, die anderswo gemacht wurden."

Bewährt habe sich das fränkische Organisations- und Marketingkonzept. Im vergangenen Jahr konnte immerhin ein Gästezuwachs von 67 Prozent sowie eine Übernachtungszahlensteigerung von 30 Prozent verbucht werden. Damit liegen die drei fränkischen Regierungsbezirke in Bayern an der Spitze. (gk)

 

Seenland will sich profilieren

Die Werbegemeinschaft hat umfangreiches Prospektmaterial aufgelegt - Mit eigens konzipierten Ständen auf Freizeit- und Wassersportmessen vertreten

Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung, 17./18.05.1981

GUNZENHAUSEN - Das "Neue Fränkische Seenland" will sich profilieren. Die Werbegemeinschaft mit gleichem Namen wird daher mit drei eigens dafür gestalteten Ständen bei den Freizeit- und Wassersportmessen in Stuttgart (11.-19. Januar), in Düsseldorf (18.-26. Januar) und in Essen (15.-23. März) vertreten sein. Aufgelegt werden dort die druckfrischen Broschüren und Prospekte, die erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

Geworben wird unter einem einheitlichen Erscheinungsbild mit dem Slogan "Wasser, Wälder, Gastfreundschaft". Das kommt in dem von dem Grafik-Designer Reinhard G. Bienert aus Kammerstein entworfenen Signet zum Ausdruck.

Eine in 50.000 Exemplare verbreitete Panoramakarte vermittelt die genaue Lage von Altmühl-, Brombach- und Rothsee. Außerdem wird die Nähe zu Nürnberg optisch unterstrichen. Auf der Rückseite finden sich neben einer kurzgehaltenen allgemeinen Beschreibungen der Vorzüge des künftigen Naherholungs- und Urlauberreviers zahlreiche Fotos mit typischen Motiven.

Herausgebracht wurde zudem ein 48seitiger, vierfarbiger Katalog, in dem neben preiswerten Zimmern in Hotels, Gaststätten, Pensionen oder von Privatvermietern auch Hinweise für Familienurlauber in Ferienhäusern sowie Ferienwohnungen oder für Urlaub auf dem Bauernhof enthalten sind.

Reich bebildert ist der sogenannte Image-Prospekt. Auf 20 Seiten werden die Sport- und Freizeitmöglichkeiten, Landschaft, Natur, Kunst, Kultur und Brauchtum im "Neuen Fränkischen Seenland" offeriert. Es soll eine Einladung an alle sein, "die Wasser und Wälder lieben und Gastfreundschaft zu schätzen wissen".

Die Werbegemeinschaft war im Juli vergangenen Jahres als Vorläufer eines künftigen Gebietsausschusses aus der Taufe gehoben worden. Im Form einer Probeehe haben sich die Zweckverbände Altmühl-, Brombach- und Rothsee zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen.

Ziel der Werbegemeinschaft ist es, auf der Grundlage den Entwicklungsgutachtens und >Marketingkonzeptes vom Juli 1983 die für das neue fränkische Seenland erforderlichen Maßnahmen der Werbung und Absatzförderung vorzubereiten und zu erarbeiten, zu koordinieren und mit anderen Fremdenverkehrsgebieten abzustimmen.

Mit Hochdruck wird gegenwärtig an einen "Urlaubs-ABC" gearbeitet. Es wird alle Fremdenverkehrseinrichtungen und Sehenswürdigkeiten enthalten. Einig ist man sich darüber, künftig im gesamten Seenland die Wander-, Rad- und Reitwege sowie die Langlaufloipen einheitlich mit dem Emblem zu markieren.

Als nächste Aufgabe wurde die Aufbereitung des Gebietes für den Fremdenverkehr genannt. Unter anderem bedeutet dies eine Verbesserung der Qualität der Beherbergungsbetriebe. Großes Augenmerk wird auch auf die Betreuung des Urlaubers während seines Aufenthaltes gelegt. Gedacht ist an Surf- und Segelkurde, Wanderungen, Dia-Vorträge und Ausflugsfahrten in das Altmühltal, entlang der Romantischen Straße oder nach Nürnberg.

Mit dem "Neuen Fränkische Seenland" wurde eine weitere Schublade aus dem Zauberschrank Franken geöffnet, meinte Verbandsdirektor Michael Weber. Für die Werbegemeinschaft sei es ein Vorteil, daß sie das Fremdenverkehrsgebiet vom Nullpunkt an entwickeln kann. "Dadurch können Fehler vermieden werden, die anderswo gemacht wurden."

Bewährt habe sich das fränkische Organisations- und Marketingkonzept. Im vergangenen Jahr konnte immerhin ein Gästezuwachs von 67 Prozent sowie eine Übernachtungszahlensteigerung von 30 Prozent verbucht werden. Damit liegen die drei fränkischen Regierungsbezirke in Bayern an der Spitze. (gk)




 




Pension Sonnenschein
Waltraud Hausmann

Hohenweiler 16
91785 Pleinfeld
Tel.: 0 91 44 - 13 19
Fax.: 0 91 44 - 92 45 28

 

 





Pension Sonnenschein
Waltraud Hausmann






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