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Das
Neue Fränkische Seenland
- Entstehung
- Zielsetzung
- Maßnahmen
- Donauwasser
für Franken
- Das
Altmühl-Brombachspeichersystem
- Das
Wasserzuführungssystem und Stauraumkapazitäten
- Fragen
und Antworten zum NFS
- Presseberichte
- Das
Fränkische Seenland wird von jung und alt
bevorzugt, NN 1997
- Das
Fränkische Rimini - Kontemplativer Dauerlauf
um den Großen Brombachsee, SZ 2004
- In
der Nähe von Roth entsteht ein Tegernsee,
RHV 1965
- Der
Brombachspeicher wird unseren Raum grundliegend
verändern, RHV 1969
- Der
Rothsee wird in den 80ger Jahren dem Fremdenverkehr
ungeheueren Auftrieb verleihen, RHV 1970
- Ein
Paradies nicht nur für Betuchte, RHV 1981
- Beginn
des Seenzeitalters mit Probestaus, ST 1986
- Das
Seenland will sich profilieren, RHV 1981
Entstehung:
Unterschiedliche wasserwirtschaftliche Verhältnisse
in Bayern:
Südbayern (Einzugsgebiet der Donau): hohe Niederschläge,
wasserreich
Nordbayern (Einzugsgebiet des Mains): Wasserknappheit
(im Donaugebiet steht bei Niedrigwasser pro
Einwohner 4 mal soviel Wasser zur Verfügung
wie im Maingebiet)
Überregionaler Wasserausgleich zwischen Süd-
und Nordbayern:
1970 Beschluss im Bayerischen Landtag, mit Hilfe
eines Überleitungssystems einen überregionalen
Wasserausgleich zwischen Nord- und Südbayern zu
schaffen durch ein Überleitungssystem auf zwei
voneinander unabhängigen Wegen:
aus der Donau über den Rhein-Main-Donau-Kanal
mit Hilfe von Pumpstationen
in den Rothsee
aus Hochwässern der Altmühl mit Hilfe des Überleitungssystems
in den Großen Brombachsee
und damit in das Regnitz-Main-Gebiet
Zielsetzung:
-
Hochwasserschutz im Altmühltal
(Winter- und Frühjahrshochwasser der Altmühl
werden in Ausgleichsbecken aufgestaut)
-
Verbesserung der Wassergüte von Regnitz und
Main bei Niedrigwasser
(Geringe Niederschlagsmengen, hohe Verdunstung,
intensive Nutzung durch Industrie und Landwirtschaft,
Kühlwasser für die Wärmekraftwerke an der
Regnitz)
-
Schaffung eines Naherholungsgebietes für den
Ballungsraum Nürnberg-Fürth-Erlangen sowie
eines Fremdenverkehrsgebietes für junge Familien
-
Schaffung von Arbeitsplätzen in Westmittelfranken,
einem strukturschwachen Gebiet
(kaum Industrie, intensive Landwirtschaft
nicht möglich, Vielzahl von Pendlern in den
Ballungsraum)
Zusammenfassung
der Maßnahmen:
Wasserbaumaßnahmen:
Altmühlsee, Kleiner Brombachsee, Igelsbachsee,
Brombachsee Speichersee, Staudamm, Schleuse, Wehr,
Überleiter West, Stollen, Überleiter Ost (Überbrückung
der europäischen Hauptwasserscheide zwischen Donausystem
und Rheinsystem).
Die Überleitung erfolgt im freien Gefälle, wozu
die Hauptwasserscheide zwischen Altmühl- und Regnitzgebiet
durch einen 2,7 km langen Stollen unterquert wird.
„Fossa Carolina" bei Treuchtlingen
Bei Unterschreitung einer Mindestabflußmenge in
der Donau darf dem Altmühlsystem kein Wasser entnommen
werden. Die Wasserführung im Regnitz-Main-Gebiet
wird dann durch das Brombachspeichersystem sichergestellt.
Landschaftsschutz:
Flachwasserzone, Aufforstung von Grenzertragsstandorten,
Feuchtwiesen an der Altmühl, Schutzgebiete, Kläranlage,
Ringsammler am Altmühlsee und am Brombachsee
Fremdenverkehrseinrichtungen:
Baden und Wassersport beschränkt auf bestimmte
Uferbereiche
Infrastruktur:
Straßenbau unter Berücksichtigung des Naturschutzes,
Verlust von 2000 ha Landfläche, Umsiedlungen
Donauwasser
für Franken:
Das
Altmühl - Brombachspeichersystem:

Altmühlsee:
Länge 4 km, Breite maximal 1,7 km, Gesamtfläche
450 ha
(Wasserfläche 330 ha, Flachwasser- und Inselzone
120 ha; Königsee 529 ha, Kochelsee 595 ha).
Vogelinsel mit Lehrpfad und Aussichtsturm,
Wander- und Radweg um den See 12 km. 1500 Pkw-Stellplätze,
Omnibusparkplätze.
Altmühlzuleiter:
Länge 5 km, Breite 60 m, beiderseits Rad-
und Wanderwege.
Parkplätze in Gern, Mörsach und Streudorf.
Altmühlüberleiter:
Länge 8,9 km (davon Stollen durch die europäische
Hauptwasserscheide 2,7 km) beiderseits Rad- und
Wanderwege. Parkplätze.
Kleiner
Brombachsee:
Länge 2,2 km, Breite maximal 1,25
km, Wasserfläche 250 ha, Campingplatz mit 420
Stellplätzen, Badehalbinsel mit 3 Kiosken und
rund 3000 Pkw-Stellplätzen, Omnibusparkplätze.
Wander- und Radweg um die Seen 8,5 km.
Igelsbachsee:
Länge 2,8 km, Breite max. 0,4 km,
Wasserfläche ca. 90 ha.
Brombachsee:
Flutung in den neunziger Jahren, künftige
Größe 930 ha (Tegernsee 890 ha, Waginger-Tachinger
See 900 ha).
Kleiner Rothsee:
Länge 2,4 km, Breite maximal 0,5 km,
Tiefe maximal 8,5 m, Wasserfläche 50 ha, 2 Erholungszentren
in Birkach und Grashof, Wanderwege rund um den
See.
Großer Rothsee:
Flutung Mitte der neunziger Jahre.
Größe 170 ha (Schliersee 222 ha).
Wasserführung
der Regnitz bei Pegel Hüttendorf Stauraumkapazitäten:
| Hochwasser
(jedes Jahr zu erwarten) |
146 m3/s |
| Hochwasser
(alle 20 Jahre zu erwarten) |
388 m3/s |
| Mittlerer
Abfluss |
28 m3/s |
Mittleres
Niedrigwasser
(durchschnittlich an 20 Tagen
im Jahr unterschritten) |
12 m3/s |
| Jährlicher
Abfluss |
883 Mio m3/Jahr
|
| Stauraum
in der Brombach-Talsperre |
144 Mio m3 |
| Stauraum
Altmühlsee |
14 Mio m3 |
|
Überleitung von Donauwasser |
Die Menge
orientiert sich am Pegel Hüttendorf
Maximalmenge: 300 Mio m3/Jahr
1994: 60 Mio m3; 1995: 60 Mio m3; 1996: 100
Mio m3 |
Questionair:
Altmühlsee
Wodurch wird der Altmühlsee gespeist?
Altmühl-Zuleiter
Warum wurde die Vogelinsel geschaffen?
Brutstätte für Vögel - als Ausgleich für die
verloren gegangenen Feuchtwiesen.
Das Naturschutzgebiet ist nur teilweise begehbar;
Pflegepersonal darf nur zu bestimmten Jahreszeiten
in die Vogelrückzugsgebiete
Welchem weiteren Zweck dient der Altmühlsee
neben dem Naturschutz?
Erholungs- und Freizeitgebiet
Welche Freizeitmöglichkeiten bietet der Altmühlsee?
Surfen, Segeln, Baden, Wandern, Radfahren
Welcher Stadt im Südosten des Altmühlsees hat
durch die Anlage des Seenlandes an Bedeutung gewonnen?
Gunzenhausen, am nördlichen Altmühlseeufer befinden
sich: Muhr am See, Mörsach, Streudorf
Wann wurde die Freizeitanlage am Südostufer
eröffnet?
1987
An welchem Ufer befindet sich die Vogelinsel
und an welchem v. a. die Freizeiteinrichtungen?
Vogelinsel am Nordufer, Freizeiteinrichtungen
v.a. im N, SO, W
Überleiter
Welche Seen verbindet der Überleiter?
Altmühlsee mit dem Kleinen Brombachsee
Welche Länge hat der Überleiter insgesamt?
8,9 km
In welche drei Bereiche lässt sich der Überleiter
gliedern?
Überleiter West, Stollen, Überleiter Ost
Welchem Zweck dient der Stollen?
Überwindung der Europ. Hauptwasserscheide
Welche Länge und welche Höhe hat der Stollen?
Höhe 5,85 m , Länge 2,7 km
Kleiner Brombachsee
Wie heißen die beiden Vorsperren des Großen Brombachsees?
Igelsbachsee u. Kleiner Brombachsee
Durch welche Zuflüsse werden die beiden Vorsperren
gespeist?
Igelsbachsee: durch den Igelsbach, der Kl. Brombachsee
durch Altmühlwasser aus Überleiter bzw. Altmühlsee
Welche Orte liegen an den Vorsperren?
Am lgelsbachsee: Enderndorf, Absberg - am Kl.
Brombachsee: Langlau
Welche Freizeitmöglichkeiten finden sich an den
Vorsperren?
Baden, Surfen, Segeln, Bootfahren, Camping
Großer Brombachsee
Wodurch erhält der Große Brombachsee sein Wasser?
Regenwasser und aus den Vorsperren
Wozu soll das Wasser des Großen Brombachsees
dienen?
Wasser für das regenarme Nordbayern
Welchen Weg fließt das Wassers vom Großen Brombachsee
nach Norden?
Über den Brombach in die Schwäbische Rezart -
in die Rednitz - in die Regnitz
Welche Orte findet sich an den Ufern des Großen
Brombachsees?
Ragelsberg, Ramsberg, Pleinfeld, Allmannsdorf,
Hohenweiler, Heiligenblut, Enderndorf
Wer überwacht und regelt in Zukunft den Wasserabfluss
aus dem Großen Brombachsee?
Talsperren-Neubauamt
Wie wurde das Gebiet des heutigen Großen Brombachsees
früher genutzt?
Landwirtschaftliche Nutzung, z. B. Anbau von
Hopfen, Getreide, Wiesen und Siedlung
Welche Vorzüge hat die ansässige Bevölkerung
durch die Schaffung des Seenlandes?
Verdienstmöglichkeiten, Arbeitsplätze im Fremdenverkehr,
kein langes Pendeln ins Ballungsgebiet
Auf welchem zweiten Weg wird Wasser in das
regenarme Regnitz-Main-Gebiet gebracht?
Über Rhein-Main-Donau-Kanal - Rothsee - wird Donauwasser
nach Norden gebracht
Presse:
Nürnberger Nachrichten 12.06.1997
Als
Urlauber und Tagesausflügler im Fränkischen Seenland
- Junge Familien kommen
Nur ein Drittel ist ohne Kinder - Das Baden ist
der Hauptgrund
Das
Fränkische Seenland wird von jungen Familien bevorzugt.
Eine Gästeumfrage der Arbeitsgemeinschaft "Futour"
am Altmühlsee ergab, daß 64 Prozent der Urlauber
und Tagestouristen zwischen 30 und 49 Jahre alt
sind. Knapp 20 Prozent gehören er Altersgruppe
von 50 bis 70 an.
14 Prozent schon Stammgäste
Zum ersten Mal am Altmühlsee waren 42 Prozent,
16 Prozent zum zweiten Mal. Häufiger als zehnmal,
also Stammgäste, waren 14 Prozent. Von den Tagesausflüglern
gaben 28 Prozent an, zehnmal oder öfter einen
Ausflug an den Altmühlsee gemacht zu haben. Von
den Urlaubsgästen verbringen fast 90 Prozent die
Ferien mit der Familie. Kapp ein Drittel hat keine
Kinder, ein Viertel ein Kind und 37 Prozent zwei.
Warum kommen die Leute an den Altmühlsee? 16,3
Prozent nennen die kurze Anreise, 63 Prozent die
Empfehlung von Bekannten und Verwandten als Grund.
Von den Tagesausflüglern kommen 25 Prozent, um
hier zu baden oder des Wassersports wegen.
Was unternehmen die Gäste? Von Befragten äußerten
93 Prozent, zum Baden an den Altmühlsee zu komen.
65 Prozent nennen das Fahrradfahren, 52 Prozent
Ausflüge in die nähere Umgebung und für immerhin
45 Prozent ist die Vogelinsel im Altmühlsee so
reizvoll, daß sie ihretwegen anreisen. Nachgeordnet
sind die wassersportlichen Interessen (Surfen
elf Prozent, Segeln fünf Prozent). Etwas abweichend
ist das Verhalten der Urlauber, die für mehrere
Tage hier verweilen: nur 34 Prozent geben das
Baden als wichtigsten Aufenthaltsgrund an, 22
Prozent das Radfahren und 16 Prozent die Ausflüge
in die Umgebung.
Von den Altmühlsee-Touristen sehen 68 Prozent
die Stadt Gunzenhausen als ihr Einkaufsziel an.
Die anderen Städte sind ihnen unwichtig: Weißenburg
3,2 Prozent, Nürnberg 2,6 Prozent und Ansbach
ebenfalls 2,6 Prozent.
Bei der Umfrage der Arbeitsgemeinschaft "Futour"
(München) hatten die Befragten auch die Möglichkeit,
Noten zu vergeben. Die Vogelinsel schnitt dabei
am besten ab, während die Prospekte, das Kulturangebot
und die Schlechtwetterangebote am schlechtesten
bewertet wurden.
Tiefflug stört nicht mehr
Immerhin: 47 Prozent gaben an, daß sie am Altmühlsee
absolut gar nichts stört, auch nicht der Tieffluglärm,
der früher eine große Rolle spielte, heute aber
nur mehr punktuell wahrzunehmen ist.
Süddeutsche Zeitung 28./29.09.2004
Kontemplativer Dauerlauf rund um den Großen
Brombachsee
Das fränkische Rimini- Wie sich eine
bäuerliche Gegend in ein Seenland mit Segelhafen,
Badeplätzen und Wanderwegen verwandelte
Die "Arche" bringt in diesem Fall keine
Rettung, sondern markiert den Start. Am Freizeitzentrum
dieses Namens bei Allmannsdorf beginnt der Lauf,
just an der Stelle, wo Edmund Stoiber vor vier
Jahren anlegte unter dem Beifall Tausender. Er
war nicht etwa übers Wasser geschritten,
sondern hatte ganz einfach mit einem Boot übergesetzt,
das dem Talsperren-Neubauamt gehörte. Einer
Behörde, die es inzwischen nicht mehr gibt,
weil sie ihren Zweck erfüllt hat. Sie war
für den Bau des Fränkischen Seenlandes
zuständig, das aber vollendet ist, seit der
Ministerpräsident es an jenem Julitag 2000
für vollendet erklärt hat.
Der Gedanke an Edmund Stoiber verfliegt schnell,
wenn man die ersten Schritte über den Hauptdamm
joggt, angesichts der herrlichen Aussicht. Links
liegt das Rezattal, eine malerisch-ländliche
Idylle mit Weihern, saftig-grünen Wiesen,
in die Landschaft getupften Wäldern und einer
restaurierten alten Mühle. Rechts vom Damm
glitzert der Große Brombachsee im Schein
der untergehenden Sonne, ein Gewässer größer
als der Tegernsee. Es ist ein lauer Sommerabend
und es sind noch viele unterwegs, zu Fuß,
oder per Fahrrad. In der kalten Jahreszeit hingegen
können sie sehr einsam sein, die 17 Kilometer
Laufen rings um den Großen Brombachsee.
Fremdenverkehr ist hier, eine halbe Autostunde
südlich von Nürnberg, ein Sommergeschäft.
Am Ende des 1,7 Kilometer langen Hauptdammes hat
der Körper des Läufers die nötige
Betriebstemperatur erreicht und er beginnt zu
schwitzen. Es knirscht unter den rhythmis chen
Schritten auf dem befestigten und leicht gesplitteten
Uferweg, während es unmittelbar am Wasser
entlang nach Ramsberg geht. Die Ufer am Großen,
wie am Kleinen Brombachsee, am Igelsbach-, am
Altmühl- und am Rothsee, gehören der
Allgemeinheit. Niemand darf sie bebauen und die
Rundwege führen allenfalls dort ein paar
Meter weg in den Wald, wo ein Naturschutzgebiet
dies verlangt.
Gerade legt die MS Brombachsee ab, Europas einziger
Trimaran auf einem Binnengewässer, ein futuristisch
anmutendes Passagierschiff. In Ramsberg hat es
seinen Heimathafen, ebenso wie ein paar hundert
Segelboote. Früher war dieses Dorf- mit Verlaub
– ein Bauernkaff. Durch den Bau des Stausees
verlor ees über die Hälfte seines Grund
und Bodens. Zugleich begann eine neue Ära.
Ein quirliger Fremdenverkehrsort mit Cafés
und Restaurants entstand und die Landwirte von
einst und ihre Nachkommen beackern keine Felder
mehr. Ihre Stallungen haben sie zu schmucken Ferienwohnungen
umgebaut. Weil Ramsberg sich an einen Hang schmiegt,
hat man hier den schönsten Blick über
den See. Dessen Uferweg führt gleich hinter
dem Segelhafen sehr lange durch ein Waldstück.
Während man so dahin trabt – vier Schritte
ein-, vier ausatmend – schweifen die Gedanken
zurück. In die Zeit, in der sich Kleinbauern
plagten, ihre kargen und sandigen Böden ein
wenig Ernte abzutrotzen. Die Felder von einst
sind heute unter zig Millionen Kubikmetern Wasser
20, 30 Meter und noch tiefer begraben. Man erinnert
sich an die Bagger und Förderbänder,
die aus der Sohle des Brombachtales aufragten
und Sand abbauten. Die Mühlen tauchen wider
vor dem inneren Auge auf, die sich Jahrhunderte
lang an das Flüsschen Brombach reihten und
vorn denen die letzte, die Langweidmühle,
so lange stehen blieb, bis das Stauwasser für
den See schon bedrohlich nahe schwappte. Dann
erst zog der alte Müller aus. Zeitweise wer
er krank geworden vor Gram über den Verlust
seines Familienerbes. Vom stattlichen Preis, den
ihm der Staat bezahlt hat, baute er sich ein paar
Kilometer weiter eine Mühle. Und dann erinnert
man sich noch an die wilden Achtziger, als das
Brombachtal schon keine grüne Idylle mehr
war, aber auch noch kein See, sondern ein Fleckerlteppich
von Baggerweihern, an denen „karibische
Nächte“ gefeiert wurden und wo es nicht
nur beim Campieren wild zuging. Das alles kommt
einen wieder in den Sinn, denn Dauerlaufen kann
ein sehr kontemplativer Akt sein. Vorausgesetzt,
man trabt allein, nicht abgelenkt von einem redseligen
Laufpartner, nicht angetrieben von einer Stoppuhr
oder vom anderen Geschlecht, dem man sportlich
imponieren will.
Ein neuer Damm taucht auf, er trennt den Großen
vom Kleinen Brombachsee. Wer nur um diese Vorsperre
joggt und dazu noch eine Runde über die Badehalbinsel
Absberg dreht, bringt es auf knappe zehn Kilometer.
„Frankens Rimini“ hat man die Badehalbinsel
in den ersten Jahren genannt, denn Tausende lagen
haut an Haut an den Stränden, die an vielen
Stellen in von hohen Bäumen beschatteten
Liegewiesen übergehen. Doch seit alle fünf
fränkischen Seen geflutet sind, verteilt
sich der Erholungsbetrieb entsprechend angenehm.
Die Surfer beispielsweise gleiten lieber über
den ein paar Kilometer entfernten Altmühlsee.
Der ist nur drei Meter tief und der bei Hitze
regelmäßig auftauchenden Algen wegen
zum Baden unattraktiv. Die Winde aber sind für
Surfer ideal und Läufer auf dem 8,5 Kilometer
langen Ringdammweg kühlt die Briese angenehm.
Ob Wassersportler oder Jogger, Walker, Wanderer
oder Radler – im Fränkischen Seenland
finden sie ideales Terrain. Die Landschaft ist
hügelig, aber unmittelbar an den Seeufern
wellt sich das Gelände allenfalls leicht.
Wer Ballsport bevorzugt, ist in Enderndorf gut
aufgehoben, wo an feinsandigen Beachvolleyball-.Feldern
unablässig gebaggert und gepritscht wird.
Von hier aus geht es auf die letzte Gerade nach
Allmannsdorf. Der Puls des Joggers schlägt
mittlerweile etwas schneller, mancher Muskel zieht
leicht. Es geht am Waldrand entlang, bald taucht
die Arche auf. Sie hat einen Biergarten. Ideal
für den großen Schluck danach. Apfelschorle,
versteht sich.
Fünf Seen, Hügel und Freizeitzentren
Am 16. Juli 1970 fasste der Bayerische Landtag
einen Beschluss, von dem der damalige Initiator,
der CSU-Abgeordnete und spätere Vizepräsident
des Parlamentes, Ernst Lechner, noch heute überzeugt
ist, dass viele seiner Kollegen die Tragweite
nicht überrissen hatten: Wasser aus dem nassen
Süden des Freistaates solle in den trockeneren
Norden übergeleitet werden. Es kam zu einem
wasserbaulichen Projekt, das heute „Fränkisches
Seenland“ heißt. Die Nutzung als Freizeit-
und Erholgunslandschaft spielte allenfalls im
Hinterkopf Lechners eine Rolle, den man dafür
aber heute als „Vater des Seenlandes“
feiert. Die Gewässer sollten einer ärmlichen
und landwirtschaftlich geprägten Region die
Chance zu einem grundlegenden Strukturwandel zur
Urlaubsregion eröffnen.
34 Jahre später und nach weit über einer
Milliarde Euro öffentlicher und privater
Investitionen ist dieses Ziel weitgehend erreicht
worden. Sprunghaft wachsen die Übernachtungs-
und Besucherzahlen. Alljährlichverbringen
Zehntausende Feriengäste ihren Urlaub im
Fränkischen Seenland, und für die Einwohner
der Ballungsräume Nürnberg-Fürth-Erlangen
sowie Stuttgart ist die Region ein beliebtes Naherholungsgebiet
geworden. Insgesamt fünf Seen wurden der
Reihe nach aus Hochwässern der Altmühl
geflutet. Es sind dies der Altmühlsee (Aufstau
1985/86), der Igelsbachsee (1984-1986), der Kleine
Brombachsee (1984/86), der Rothsee (1989-1993)
und schließlich der Große Brombachsee,
dessen Aufstau nach sieben Jahren 2000 beendet
war. Insgesamt entstand eine Wasserfläche
von 20 Quadratkilometern und mit 57 Kilometern
Uferlänge. Das Umland lockt mit mittelalterlichen
Zeugnissen (Dinkelsbühl), römischen
Schätzen (Weißenburg), Schlössern
(Ellingen) und einem reichhaltigen Kulturangebot.
Letztlich ist das Fränkische Seenland ein
Urlaubsgebiet aus der Retorte, dem man genau das
aber nicht ansieht. Denn so massiv Dämme
geschüttet, die Landschaft umgegraben und
16 Freizeitzentren gebaut wurden – die Gewässer
und Uferbebauung fügen sich ideal in die
hügelige Landschaft ein. Dies trug neben
den wirtschaftlichen Erwartungen wesentlich zur
Akzeptanz bei; nie gab es eine Demonstration oder
Klagen gegen dieses zeitweise größte
Wasserbauprojekt Bayerns.
In der Nähe von Roth entsteht ein "Tegernsee"
Die geplante "Brombachtalsperre" soll
Fassungsvermögen von etwa150 Millionen Kubikmeter
Wasser bekommen
Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung, 25.06.1965
Ein Projekt, das auch für den Landkreis
Schwabach von großer Bedeutung ist - Es
geht in erster Linie um die Aufbesserung der Niederwasserverhältnisse
der Rezart, Rednitz, Roth und anderer Flüsse
- Probebohrungen für den Speichersee im Brombachtal
bereits im Gange - Niederschrift über eine
Besprechung bei der Obersten Baubehörde gibt
darüber Aufschluß
Wo liegt das "Brombachtal"? Diese Frage
werden sie die meisten Leser stellen. Von Roth
aus in Richtung Pleinfeld sind es knapp 20 Kilometer
zu diesem Tal, das zwischen Stirn und Pleinfeld
in westlicher Richtung verläuft. Trifft man
schon auf der Straße zwischen Mühlstetten
und Stirn zahlreiche Mühlen an, so sind solche
im Brombachtal zu finden. Eine davon ist die Mandles-Mühle
(Bild oben links), an welcher der Brombach vorbeifließt.
Hinter dieser Mühle links befindet sich ein
Weiher, und dahinter ist der Bau eines Staudammes
für den Speichersee geplant. Bild darunter:
Durch eine Eisenbahnbrückenbogen "rauscht"
der Brombach um in nächster Nähe bei
der Mäusleins-Mühle in die Schwäbische
Rezat zu münden (rechts). Das ist also eine
Brücke über den Brombach, und zwar auf
der Straße zwischen Pleinfeld und Mühlstetten.
ROTH (gi) – In Stadt und Land wird geplant,
denn dieses oder jenes Projekt soll einmal verwirklicht
werden. Zwar sind solche schon in großer
Zahl entstanden, aber der Zwang der Zeit läßt
in dieser Hinsicht keine Pause eintreten. So sind,
zum Teil schon seit längerer Zeit, auch in
unserer engeren Heimat Projekte größeren
Ausmaßes "in Sicht", das heißt,
man spricht von ihnen und weiß, daß
sie in der Planung schon greifbare Formen angenommen
haben. da ist zum Beispiel das Projekt "Umgehungsstraße",
die die Stadt Roth unmittelbar betrifft, weil
ja durch die Bundesstraße 2 durch Roth entlastet
werden soll.
Dieser Plan ist nicht neu, er existiert schon
seit Jahrzehnten. Nur daß er jetzt durch
die seit Jahren immer mehr werdende Verkehrsdichte
aktueller geworden ist und in letzter Zeit des
öfteren im "Blätterwald" (sprich
Zeitung) erwähnt wurde, genau wie der Bau
des Rhein-Main-Donau-Kanals, der ebenfalls die
Zukunft der Stadt Roth irgendwie beeinflussen
wird. Ob die ältere Generation davon noch
"profitieren" wird, mag dahingestellt
bleiben. Sie wird höchstens noch den Bau
der Kreisstraße Roth-Schwand erleben, ebenfalls
ein Projekt in mehreren Bauabschnitten, dem eine
große Bedeutung zugestanden werden darf.
Der jüngeren Generation wird es aller Wahrscheinlichkeit
nach vorbehalten bleiben, eine "Einweihung"
der viel gerühmten Umgehungsstraße
mitzuerleben oder die ersten Schleppkähne
auf dem Rhein-Main-Donau-Kanal östlich von
Roth bewundern zu können.
Und die jüngere Generation wird es auch
sein, die eines Tages einen Ausflug zu einer Talsperre
machen kann, die gar nicht weit weg von Roth gebaut
werden soll. Das ist Projekt "Brombachtalsperre",
das als nächste größeres für
den Landkreis Schwabach und damit auch für
die Stadt Roth nicht uninteressant ist.
Ja, wer kennt denn hier schon das "Brombachtal"?
Und dabei ist dieses keine 20 Kilometer von Roth
entfernt. Zu finden in einer herrlichen Gegend
und zwar in den Landkreisgebieten Weißenburg
und Gunzenhausen, wo eben der "Brombach"
durchs Tal fließt. er ist kein großer
Fluß, sondern nur ein Bach, der aber eine
große Zukunft vor sich hat. Denn eine Stück
dieses Brombachtales soll eine Talsperre werden,
also ein gewaltiger Speichersee (in der Größe
des Tegernsees) der ganz wichtigen Zwecken dienen
soll. Und somit sind wir beim "Kern der Sache",
da auch Landrat F. P. Seifert es für richtig
hält, daß die Öffentlichkeit über
die Vorgänge, die mit der Errichtung der
Brombachtalsperre in Zusammenhang zu bringen sind,
etwas erfährt. Schon deswegen, weil es um
die Niederwasseraufbesserung im mittelfränkischen
Raum geht, die auch für das Landkreisgebiet
Schwabach und für den Raum um Roth von großer
Bedeutung ist.
So hat nun in diesem Monat bei der Obersten Baubehörde
in München eine Besprechung stattgefunden,
an der Ministerialrat Kirgis (Oberste Baubehörde),
Landrat Seifert und der Leiter der in Roth ansässigen
Kreisplanungsstelle Schwabach, Dipl.-Ing. Noack,
teilgenommen haben. Diese Aussprache wurde in
deiner Niederschrift festgehalten, die im wesentlichen
das Projekt "Brombachtalsperre" und
seine Auswirkung auf unseren engeren Raum erläutert,
also auch für weitere Bevölkerungskreise
von Interesse sein wird. Nachstehend zur Veröffentlichung
übergeben wurde:
"1. Herr Landrat Seifert stellt einleitend
die Frage, wann das Projekt der Brombachtalsperre
der Öffentlichkeit übergeben werden
könnte. Herr Ministerialrat Kirgis hält
die Brombachtalsperre für eines unter mehreren
Projekten, die vorgesehen sind, zur Niederwasseraufbesserung
im mittelfränkischen Raum. Er stelle zunächst
die Niederwassermengen der Roth mit 2,3 cbm/sec.
und der Regnitz beim Einfluß der Pegnitz
mit 11 cbm/sec. der Niedrigwasserführung
der Donau von Kehlheim mit 80 cbm/sec. gegenüber.
Er stellte weiter heraus, daß die Regnitz
ab Fürth den an sie gestellten Anforderungen
als Abwasserträger bereits heute nicht
mehr gewachsen ist. Dies verschlimmert sich
noch durch eine besonders starke Ansiedlung
im Raum Fürth, Erlangen, Forchheim. Eine
weitere Verschmutzung der mittelfränkischen
Flußläufe wird durch die Heranbringung
der Donau-Trinkwasserleitung erwartet. Durch
Zuleitung von zusätzlichem Trinkwasser
wird der Wasserbedarf Mittelfrankens automatisch
steigen und es werden sich zwangsläufig
auch größere Abwassermengen ergeben,
die durch die bestehenden Flüsse gereinigt
werden müssen.
2. Zur Aufbesserung der Niederwasserverhältnisse
im mittelfränkischen Raum sind mehrere
Projekte vorgesehen. Für den Landkreis
Schwabach sind derzeit zwei besondere interessant:
Wasser zum Scheitel bei Heuberg
2.1 Niederwasseraufbesserung über den
Rhein-Main-Donau-Kanal: Zum Füllen der
Schleusen des RMD-Kanals wird an der Scheitelhaltung
ein Wasserbedarf von 7cbm/sec. entstehen.
Von diesen 7 cbm/sec. fließt die Hälfte,
also 3,5 cbm/sec. in das Maingebiet und die
andere Hälfte in das Donaugebiet zu Tal.
Die 7 cbm/sec. sollen aus der Donau entnommen
werden und zum Scheitel bei Heuberg geführt
werden. Man erhofft sich durch die 3,5 cbm/sec.,
die über den Kanal dem Unterlauf der
Rednitz und dem Main zugeführt werden,
eine entsprechende Niederwasseraufbesserung
dieser Gewässer.
Weiterhin ist vorgesehen, mit der Leitung
aus der Donau zur Scheitelhaltung des RMD-Kanals
eine zusätzliche Wassermenge zu transportieren.
Dieses Wasser soll teilweise von der Scheitelhaltung
in freien Abfluß der Roth zugeführt
und teilweise durch Stichkanäle bis an
die Pegnitz geführt werden. Es ist daran
gedacht, eine Niederwasseraufbereitung vor
Einfluß der Pegnitz in das Stadtgebiet
Nürnbergs zu erreichen (Erlenstegen)
und der Pegnitz eine weitere Niederwasseraufbesserung
in der Gegend der Kläranlage Nord (Nürnberg-Doos)
zukommen zu lassen. Zur Erfüllung dieser
Aufgabe ist beabsichtigt, der Donau zusätzlich
15 cbm/sec. zu entnehmen. Davon sollen für
die Projekte Niederwasseraufbesserung der
Pegnitz vor dem Stadtgebiet und an die Kläranlage
je 2 bis 3 cbm/sec. abgezweigt werden, so
daß das Einzugsgebiet der Roth mit einer
zusätzlichen Niederwasseraufbesserung
von 9 bis 10 cbm/sec. rechnen könnte.
Die Entnahme von 15 + 3,5 = 18,5 cbm/sec.
Wasser aus der Donau bringt der Donau mit
ihren 80 cbm/sec. Niederwasserstand bereits
eine fühlbare Schwächung des Wasserhaushaltes.
Es müssen deshalb, bevor an diese Maßnahme
gedacht werden kann, im Oberlauf der Donau
und der ihr zufließenden Gewässer
regulierende Wasserspeicher angelegt werden,
die einen entsprechenden Niedrigwasserstand
der Donau garantieren. Die Anlage dieser Speicher
ist, unabhängig von der Niederwasseraufbesserung
des mittelfränkischen Raumes, auch zur
Beseitigung des jährlich auftretenden
Hochwassers im Raum Passau nötig. Mit
der Niederwasseraufbesserung unseres Gebietes
über die Roth kann deshalb erst nach
Fertigstellung des RMD-Kanals und nach Fertigstellung
der den Wasserhaushalt der Donau regulierenden
Hochwasserspeichern gerechnet werden.
2.2 Niederwasseraufbesserung der Schwäbischen
Rezat, Rednitz, Regnitz usw.
Zur Niederwasseraufbesserung der Schwäbischen
Rezat wird derzeit das Projekt, das aufgestellt
wurde von Baudirektor Weiß, auf seine
Durchführbarkeit untersucht. Hier ist
vorgesehen, Hochwasser der Altmühl in
das Tal des Brombachs überzuleiten und
dort anzustauen. Das Wasser soll in Zeiten,
in denen die mittelfränkischen Flußläufe
einen Niederwasserstand erreichen, diesen
zugeführt werden und somit einen Aufbesserung
des Wasserstandes im Rednitz-Regnitz-Gebiet
erreicht werden. Die abzugebenden Wassermengen
sind abhängig vom Wasserstand in den
einzelnen Flüssen. Hierbei setzt sich
die Oberste Baubehörde zum Ziel, am Zusammenfluß
von Pegnitz und Regnitz einen Wasserstand
von ca. 20 cbm/sec. zu erhalten. Dies bedeutet,
daß bei dem gegenwärtigen Niedrigwasserstand
an dieser Stelle von 11 cbm/sec. ohne Niedrigwasseraufbesserung
aus der Roth max. 9 cbm/sec. aus dem Brombachtalspeichers
abgegeben werden müssen.
Der Brombachtalspeicher würde im Zusammenhang
mit Speicherseen in der Gegend von Gunzenhausen
gleichzeitig zur Regulierung des Hochwassers
der Altmühl beitragen. An eine Ausnutzung
der aufgestauten Wasserkraft aus dem Brombachtalspeicher
zur Gewinnung von elektrischer Energie kann
nur in sehr beschränktem Maße gedacht
werden, da die Wasserabgabenmengen sehr wesentlich
von der Wasserführung der Rezat, Rednitz
usw. abhängen.
So groß wie der Tegernsee
Nach einem Gutachten des Geol. Landesamtes
eignet sich das Gebiet des Brombachs zur Anlage
eines derartigen Wasserspeichers. Probebohrungen
sind zur Zeit im Gange. Herr Ministerialrat
Kirgis hat sich bereiterklärt Ergebnisse
der Landkreisverwaltung Schwabach unverzüglich
nach Erhalt mitzuteilen. Die Brombachtalsperre
wird mit einem Fassungsvermögen von ca.
150 Mill. cbm Wasser eine Größe
erreichen, die etwa dem Tegernsee entspricht.
3. Die unter 2.1 und 2.2 aufgeführten
Pläne zur Niederwasseraufbesserung des
Mittelfränkischen Raumes können unabhängig
nebeneinander verwirklicht werden und es ist
anzunehmen, daß, vorausgesetzt die Bodenverhältnisse
erweisen sich als günstig , das Projekt
Brombachtalsperre vor dem Projekt Überleitung
von Donauwasser über den RMD-Kanal fertiggestellt
werden kann. In beiden Fällen sind noch
viele planerische Überlegungen nötig,
um die Projekte zur Ausführung bringen
zu können."
Diese Niederschrift ist auch der Oberste Baubehörde
in München zugegangen und zwar von Landrat
Seifert in seiner Eigenschaft als Landtagsabgeordneter,
verbunden mit der Bitte, die Landkreisverwaltung
Schwabach über den Fortgang auf dem Laufenden
zu halten. Daß für dieses bereits seit
langem allerlei Vorbereitungen getroffen wurden,
wie Bohrungen usw., ist kein Geheimnis mehr und
daß eines Tages die "Brombachtalsperre",
also ein großer Speichersee ein Ausflugsziel
auch der Rother sein wird, darüber gibt es
keine Zweifel. Fragt sich nur wann.
Auf kurzem Weg zum "Fränkischen Tegernsee"
Ein Wasserspeicher für die Altmühl und
Rezat
Der Brombachspeicher wird unserem Raum grundliegend
verändern - Oberregierungsbaurat Überrück
sprach über die Ergebnisse von Untersuchungen
- Erst die Oberste Baubehörde wird endgültige
Pläne erstellen - Brombachtalsperre ist nur
ein Teil der umfassenden Baumaßnahmen -
Das Ufer soll nicht in private Hand gelangen
Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung, 04.11.1969
Für die Bewohner des Schwabacher Raumes
ist ein herrliches Erholungszentrum im Süden
zu erwarten
ROTH - Es liegt etwa vier Jahre zurück,
als wir erstmals in einem ausführlichen Bildbericht
den Zukunftsplan "Brombachspeicher"
bzw. "Tegernsee in Mittelfranken", aufgegriffen
haben, weil sich nach einer Realisierung auch
der Landkreis Schwabach grundlegend verändern
würde. Nun sprach kürzlich in Weißenburg
Oberregierungsbaurat Wilhelm Überrück
vom dortigen Wasserwirtschaftsamt wobei die Brombachtalsperre
ein Bestandteil seiner Ausführungen war.
Seit Beginn des Jahres sei, so Überrück,
das Wasserwirtschaftsamt mit der Erstellung von
sechs Studien beschäftigt, die jetzt gefertigt
werden. Dabei gebe es nicht allein um die Bereinigung
der Verhältnisse im Bereich von Altmühl
und Brombach, sondern auch um die Überleitung
von Altmühl- und Donauwasser in das Rednitz-
und Maingebiet.
Dem Vorhaben seien zwei Grenzen gesetzt. Einmal
sei die Altmühl von Pappenheim bis Dietfurt
in der Oberpfalz in den 30er Jahren so ausgebaut
worden, daß einen Erhöhung der Zufuhr
im oberen Gebiet nicht unbeschränkt möglich
sei - daraus würden sich die Überlegungen
zur Bildung von Wasserrückhalt ergeben -,
zum anderen müsse man die Gesamtsituation
im Mittelfränkischen Raums in bezug auf Niederschlag
und Abfluß sehen. Das betreffende Gebiet
sein ein Trockeninsel im mittelfränkischen
Raum.
Maßgebend bei den Überlegungen sei,
daß das Altmühltal unter den wasserwirtschaftlichen
Gegebenheiten stark leide und es im Großraum
Nürnberg an Wasser mangele. Zwischen den
beiden Interessen sei ein Austausch durchzuführen.
So werde in den Studien der Versuch gemacht, Wasser
aus der Donau dem Maingebiet zuzuführen -
über den Wasserscheide hinweg.
Auf die Altmühl eingehend, erklärte
die Referent, unter der Altmühlbrücke
in Gunzenhausen würden jährlich 90 bis
100 Millionen Kubikmeter Wasser durchfließen.
Dies verteile sich auf Hoch- und Niederwasser
- ein Erheblicher Teil jedoch gehe auf das Konto
des Hochwassers. Diese Wassermenge stehe jedoch
nicht in voller Höhe zur Verfügung,
da die Altmühl sonst geschwächt werde.
Man wolle vielmehr erreichen, daß die Altmühl
in Niederwasserzeiten eine Aufbesserung erfahre.
180 Liter pro Sekunde bei Niederwasser stünden
jetzt in Gunzenhausen rund 100 00 Liter pro Sekunde
bei Hochwasser gegenüber. Um das Altmühlwasser
zu sanieren müsse bei Niederwasser eine Wassermenge
von 800 bis 1000 Sekundenlitern garantiert werden,
also 30 Millionen Kubikmeter pro Jahr.
Die übrigen 60 Millionen Kubikmeter wasser
stünden zur Verfügung, um in die Brombachtalsperre
eingeleitet zu werden. Mit ihnen soll auch eine
Niederwasseraufbesserung der Rednitz erricht werden,
nämlich von 12 auf 27 Kubikmeter pro Sekunde.
Da jedoch das Altmühlwasser dafür nicht
ausreiche, soll mit einer Pumpleitung über
den noch in Bau befindlichen Rhein-Main-Donau-Kanal
weiteres Wasser in diese Gebiet geführt werden.
Der Brombachspeicher habe also die doppelte Aufgabe,
bei Ausfallzeiten der Donau einzuspringen und
der Verbesserung der Verhältnisse im Altmühltal
zu dienen.
Die sechs vom Wasserwirtschaftsamt zu erstellenden
Studien würden je zur Hälfte den Ausbau
von Gewässern und die Speicherplanungen umfassen.
Alle Teilstudien - auch die der noch beteiligten
Ämter - würden in München von der
Obersten Baubehörde zu einer Gesamtstudie
verarbeitet und dann dem bayerischen Landtag zu
Bewilligung der Mittel und der Durchführung
zugeleitet.
In greifbarer Nähe sei bislang der Ausbau
der Altmühl gerückt, fuhr Überrück
fort. Das Gesamtkonzept sehe vor, die Fließgeschwindigkeit
des Flusses von bisher bei Gunzenhausen sieben
auf 25 cbm/Sek. und bei Pappenheim von 14 auf
35 cbm/Sek. zu verbessern. Oberhalb von Gunzenhausen
werden ein Überleitung in den Brombachspeicher
münde. Damit wolle man bei Hochwasser dem
Fluß Wasser entziehen.
Die Vorstellung des Amtes wurden von zwei Überlegungen
beeinflußt. Bei einer Wiesennutzung des
Tales würde eine Fließgeschwindigkeit
von 22,5 cbm/Sek. bei Gunzenhausen und von 30
cbm/Sek. bei Pappenheim ausreichen, denn dann
würde man - wie vielfach Bauern gewünscht
hatten - im Winter nach wir vor Überschwemmungen
und Überflutungen hinnehmen. Wolle man jedoch
im Tal Äcker anlegen, sei eine Geschwindigkeit
von 25 cbm,/Sek. bei Gunzenhausen und 55 cbm/Sek.
bei Pappenheim erforderlich. Das Amt habe sich
für die oben genannte Zwischenlösung
entschieden, die erhebliche Verbesserungen der
Verhältnisse und einen sehr hohen Grad an
Hochwassersicherheit mit sich bringen würden.
500 Hektar großes Ausgleichsbecken geplant
Das Ausgleichsbecken, das zwischen Gunzenhausen
und Ornbau gebaut erden soll, wird nach den Plänen
eine Wasserfläche von 500 Hektar und einen
Wasserstau von 1,70 m bekommen. Die Altmühl
wird bei Ornbau eingeschöpft und in die neue
Trasse verlegt. Vom Altmühl-Ausgleichsbecken
gehe eine Überleitung zur Brombachtalsperre.
Da die Altmühl ein Fluß mit außerordentlich
geringem Gefälle ist, beabsichtigt man sie
ab Pappenheim zu vertiefen. Deshalb müßten
sechs neue Klappenwehre eingebaut werden, durch
die man günstige Vorflutpunkte bekommen will.
Zudem haben dann die Entwässerungsgräben
im Altmühltal mehr Sinn. Auch Brückenbauwerke
müssen erneuert werden, da die Altmühl
bei Gunzenhausen 18 (bisher acht) und bei Pappenheim
30 (bisher 12-15) Meter Sohlentiefe bekommen soll.
Die Kosten für diese Art des Altmühlausbaues
wird von Überrück mit 30 Millionen Mark
beziffert. Für eine reine Ackerlösung
würden sie ein Drittel mehr betragen.
Überrück widmet sich dann der Brombachtalsperre,
die aus einer acht Kilometer langen Überleitung
vom Altmühlausgleichsbecken gespeist wird.
Die Leitung durchstoße die europäische
Wasserscheide und gehe in diesen Bereich sehr
tief - an der Scheitelhaltung 35 - 38 Meter. Bein
einem offenen Kanal würde die eine Gerinne
von Oben 170 bis 180 Meter Breite bedeuten. Daher
werde ein zwei Kilometer langer Kanal unterirdisch
durch den Berg geführt, mit einem Querschnitt
von 4,5 Metern.
Die Hauptsperre des Brombachspeichers ist etwa
bei der Mandlesmühle geplant, sie wird 2150
Meter lang und 40 Meter hoch die Sperre bei Brombach
wird 1800 Meter lang und 16 Meter hoch und die
bei Igelsbach 600 Meter lang und 16 Meter hoch.
Die Talsperre soll ein Fassungsvermögen von
130 Millionen Kubikmeter Wasser bekommen. Zur
Füllung werden 60 Millionen Kubikmeter der
Altmühl entnommen und 10 Millionen dem Brombach
und Igelsbach. Zwei Jahre werden zur Füllung
benötigt.
Der Speicher bedeckt eine Fläche von 1250
Hektar, von denen sich 390 in öffentlichem
Besitz bei Land und Gemeinden befinden und 870
in privater Hand. Er hat - bei Hochwasser - eine
zusätzliches Fassungsvermögen von 10
Millionen Kubikmetern. Die Uferlänge beträgt
30 Kilometer, davon sind 22 in Privathand. Die
drei Dämme haben eine Kubatur von insgesamt
4,8 Millionen Kubikmetern. Da daß Stauziel
bei 411 Metern über normal Null liegt, ist
es theoretisch sogar möglich, bei Trockenheit
Wasser in die Altmühl zurückzuführen.
Mit dem Ausbau des Brombachspeichers tauchen auch
einige Probleme auf, wie dei Verlegung der Staatsstraße
2222, die direkt durch den See geht und die Verlegung
der Kreisstraße GUN 13.
Am Speicher wolle man, führte Überrück
aus, vermeiden, daß , ähnlich wie bei
den oberbayerischen Seen, das Ufer in private
Hand gelange. Deshalb bestehe die Absicht, neben
dem reinen Speichergrund noch einen zusätzlichen
Uferstreifen zu erwerben. Um den See herum soll
eine Uferstraße gebaut werden, die jedoch
ausschließlich der Unterhaltung und dem
Betrieb des Sees dienen soll - für Fußgänger
wird sie allerdings frei sein. Hand in Hand mit
dem Bau des Sees werde auch eine Interessensgemeinschaft
die Nutzung für die Freizeit ausarbeiten
und in Flächenutzungsplänen darlegen.
Die Brombachtalsperre soll zur Wasserversorgung
im Nürnberger Raum herangezogen werden. Dazu
ist es nötig, Brombach und Schwäbische
Rezat bei Georgensgmünd auszubauen. Bei beiden
Gewässern ist die Möglichkeit, Hochwasser
aufzunehmen, nicht groß. Im Rezattal müßten
dazu auch neue Stauanlagen geschaffen werden -
Baukosten: 7,2 Millionen Mark, davon zwei Millionen
für den Brombach.
Abschließend erklärte Überrück,
daß die Brombachtalsperre auch der Erholung
der Bevölkerung Mittelfrankens oder gar Nordbayerns
dienen soll und zur Badezeit zur Verfügung
stehe. Absenkungen seien nur zwischen Oktober
und März zu erwarten. Die Brombachtalsperre
nannte Überrück den Tegernsee Nordbayerns,
da sie die gleichen Ausmaße bekomme, während
die Vorsperre die Größe des Schliersees
bekommen werde.
Er, wie vor ihm auch Landrat Dr. Georg Hofmann,
wiesen jedoch ausdrücklich darauf hin, daß
all diese Angaben Ergebnisse einer Studie seien,
keineswegs also ein exakter Plan. Es handle sich
hierbei um Material, das dem bayerischen Landtag
im Rahmen einer Gesamtstudie vorgelegt werde,
also noch mit Vorbehalt zu genießen sei.
Duft der großen Welt weht auch in Birkach
Die Talsperre "Kleine Roth" wird in
den 80er Jahren dem Fremdenverkehr im Landkreis
ungeheueren Auftrieb verleihen - Stausee von der
Größe des Schliersees sorgt für
den Ausgleich zwischen Donau und Rednitz-Main
auf der Scheitelhaltung - Kühnes Projekt
Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung, 04.07.1970
Kreis Hilpoltstein darf sich schon im Glanz der
Zukunft sonnen
HILPOLTSTEIN (fr) - Die kleine Ortschaft Birkach,
ein bißchen abseits aller Hauptverkehrsstraßen,
genießt ihren neuen Horizont. Weite Parkplätze
säumen die Peripherie, ein Rasthaus bringt
Gewinn, und am Strand des großen Sees sonnen
sich Hunderte von Gästen des nahen, großen
Luxushotels. Das ist eine Vision für die
achtziger Jahre. Bayerns Innenminister Dr. Bruno
Merk macht's möglich.
Es hat dem Bayerischen Landtag eine umfangreiche
Studie zur Überleitung von Altmühl-
und Donauwasser in das Regnitz-Main-Gebiet vorgelegt
- wir berichteten darüber - im Zusammenhang
mit dem Bau des Schifffahrtskanals Rhein-Main-Donau.
Kern dieser Studie ist für regionale Interessen
das Projekt einen Stausees, der etwas 215 Hektar,
die Größe des Schliersees erreichen
soll, samt Talsperre unter der offiziellen Bezeichnung
"Talsperre Kleine Roth".
Diese Talsperre mit Stausee ist nur ein kleines
Glied in einem wasserwirtschaftlichen System,
das bei dem heutigen Preisstand mit 560 Millionen
Mark veranschlagt wird. Sein Sinn wird verständlich,
wenn man weiß, daß der Großschifffahrtskanal
zwischen Nürnberg und er Einmündung
in die Donau bei Dietfurt/Kehlheim kein ebenmäßiges
Gefälle in diese Richtung aufweisen kann.
Das Wasser hält sich in dem breiten Kanalbett
vom Main und Regnitz/Rednitz her über die
kleine Roth bis in den Landkreis Hilpoltstein.
Hier ist - etwas bei Heuberg - die berühmte
Wasserscheide zwischen Main und Donau zu überwinden.
Die Techniker nenne diesen topografischen Höhepunkt
des Schifffahrtsweges die "Scheitelhaltung".
Um diese Strecke über den Vorjura mit ausrechend
Wasser zu versorgen, tritt an die Stelle utopischer
Pumpwerke ein System von Stauseen, die den Wasserausgleich
zwischen Rednitz und Altmühl herbeiführen.
Fertigstellung bis 1981
Der bayerische Innenminister hat in seiner Studie
für den Landtag die Ergebnisse von Untersuchungen
und Planungen für ein komplexes System zusammengefaßt,
das er als Kernstück der wasserwirtschaftlichen
Zielsetzungen in Bayern betrachten wissen will.
Dazu heißt es in der Studie wörtlich:
"In verschiedenen Gebieten Nordbayerns hemmt
Wassermangel die eitere wirtschaftliche Entwicklung
Die Studie zeigt auf, wie die wasserwirtschaftlichen
Verhältnisse in diesen Gebieten verbessert
werden können. Es soll Donau- und Altmühlwasser
über den künftigen Main-Donau-Kanal
und über die Talsperre (Brombachspeicher)
in das Regnitz-Main-Gebiet übergeleitet werden.
Zum Überleitsystem gehören drei große
Speicherseen: die Brombachtalsperre, die mit etwas
1100 Hektar größer sein wird als der
Tegernsee, das Ausgleichbecken Altmühltal,
das mit etwas 500 Hektar Größe dem
Kochelsee vergleichbar ist, und die Talsperre
Kleine Roth, die mit etwa 215 Hektar so groß
sein wird wie der Schliersee.
Es ist zu erwarten, daß diese Seen Hauptanziehungspunkte
eines überregionalen Erholungsgebietes werden,
dessen Einzugsbereich sich im Süden bis Ingolstadt
und im Norden bis Bamberg und Bayreuth ausdehnt.
Der volkswirtschaftliche wert des Unternehmens
ist durch eine Kosten-Nutzen-Analyse nachgewiesen.
Wenn der Landtag diesem Vorhaben zustimmt, könnte
es bis 1981 verwirklicht werden, im gleichen Jahr,
in dem auch die Main-Donau-Schifffahrtsstraße
vollendet sein wird".
Zwei verschiedene Wege
Die Überleitung von Altmühl- und Donauwasser
in das Regnitz-Main-Gebiet ist auf zwei verschiedenen
Wegen geplant: über den Main-Donau-Kanal
mit der Talsperre Kleine Roth und über den
Brombachspeicher. Zur Überleitung ist vorgesehen,
Wasser aus der unteren Altmühl bei Dietfurt
und aus der Donau bei Kehlheim in Pumpwerken stufenweise
von Schleuse zu Schleuse bis in die Scheitelhaltung
des Kanal fördern; über den Ausgleichsspeicher
in der Kleinen Roth soll das Wasser zur Aufhöhung
der Niedrigabflüsse von Rednitz, Regnitz
und Main abgegeben werden.
Über den Brombachspeicher soll Überschußwasser
aus der oberen Altmühl, insbesondere Hochwasser,
für die Niedrigwasseraufhöhung im Regnitz-Main-Gebiet
nutzbar gemacht werden. Im einzelnen ist vorgesehen,
das entbehrliche Wasser der Altmühl in einem
Ausgleichsbecken zwischen Ornbau und Gunzenhausen
aufzufangen und in einem "Überleitergerinne",
das die Hauptwasserscheide Donau-Rhein überquert,
der Brombachtalsperre zuzuführen. Aus dem
Speicherraum der Talsperre kann nach Bedarf Zusatzwasser
über die Schwäbische Rezat an Rednitz,
Regnitz und Main abgegeben werden. Außerdem
wird durch Ableiten des Altmühlhochwassers
und Ausbau der Altmühl des Mittellauf des
Flusses vor Hochwasser geschützt.
Beide Teilsysteme, Kanalüberleitung und
Brombachspeicher, sind zwar in sich geschlossene
technische Einheiten und unabhängig voneinander
wirksam, in der wasserwirtschaftlichen Zielsetzung
jedoch sind sie eng miteinander verknüpft;
sie bilden ein wasserwirtschaftliches Gesamtsystem.
Der zusätzliche Wasserbedarf zur Aufhöhung
der Niedrigabflüsse an Rednitz, Regnitz und
Main wird regelmäßig durch das Teilsystem
Kanalüberleitung gedeckt, solange Wasserabfluß
und Wassergüte der Donau dies zulassen. Werden
bestimmte Grenzen unterschritten oder treten betriebliche
Störungen auf, so muß auf das in den
Talsperren am Brombach und an der Kleinen Roth
gespeicherte Wasser zurückgegriffen werden.
Von der Stadt Roth an steht dann das Zusatzwasser
aus beiden Teilsystemen in der Rednitz jederzeit
zur Verfügung. Die wasserwirtschaftliche
Zielsetzung, den Niedrigabfluß von Rednitz,
Regnitz und Main auf die größtmögliche
technische und wirtschaftlich vertretbare Höhe
zu bringen, ohne die Niedrigabflüsse auf
der Donauseite unzumutbar zu verringern, kann
nur durch das Zusammenwirken beider Systeme sicher
erricht werden.
Der Zufluß steigert sich
Die Hauptaufgabe der Talsperre Kleine Roth im
Teilsystem Kanalüberleitung ist, die im 18stündigen
Pumpbetrieb im Main-Donau-Kanal geförderten
Wassermengen auf eine gleichmäßige
24stündige Abgabe auszugleichen. Daneben
soll sie kurze Betriebsunterbrechungen im Fördersystem
überbrücken und das Niedrigwasser der
Roth auf einen Kubikmeter pro Sekunde auch dann
aufhöhen, wenn einen Wasserentahme aus der
Donau nicht mehr zulässig ist. Mit einer
Wasserfläche von 215 Hektar wird die Talsperre
über ihre wasserwirtschaftliche Zweckbestimmung
hinaus für den Badebetrieb und Wassersport
große Bedeutung erlagen.
Der Talsperre sollen über den Main-Donau-Kanal
von 1981 an durchschnittlich etwa 105 Hektokubikmeter
im Jahr zufließen. Mit steigendem Bedarf
soll sich diese Menge von 1990 an auf 140 Hektokubikmeter
und vom Jahr 2001 an auf 250 Hektokubikmeter jährlich
erhöhen. Hinzu kommen noch die Zuflüsse
aus dem Niederschlagsgebiet der Kleinen Roth.
das ist kolossale Zukunftsmusik.
Birkach liegt am Nordufer des Sees
Nach verlockender klinkt für die Wirtschaft
der nächsten Generation, was sich die Planer
als Folgeerscheinung des Mammutprojektes auf dem
Gebiet des Fremdenverkehr ausgedacht haben. Weil
in Franken nur wenige für Sport und Erholung
geeignete Seen vorhanden sind, soll die Talsperre
Kleine Roth bald nach ihrer Fertigstellung Kernstück
eines regionalen Erholungsgebietes und bevorzugtes
Ziel für Naherholung und Fremdenverkehr sein.
Zum Einzugsgebiet der Talsperre wird vorrangig
der Wirtschaftraum Nürnberg - Fürth
- Erlangen - Schwabach mit ungefähr einer
Million Einwohner gezählt. Um den zu erwartenden
Strom von Erholungssuchenden sicher in das Gebiet
zu leiten und dort zwanglos aufzunehmen, müssen
die örtliche und überörtliche Verkehrsplanung
entsprechend abgestimmt und der Nahbereich der
Talsperre mit Erholungs- und Fremdenverkehrseinrichtungen
ausgestattet werden. Für die Möglichkeit
der Flächennutzung wurden nach den landwirtschaftlichen,
wasserwirtschaftlichen und baulichen Gegebenheiten
Vorstellungen entwickelt, die einen Grundlage
für die Bauleitplanung für die Gemeinden
bilden sollen.
Als Zentrum für die Naherholung und den
Fremdenverkehr eignet sich die Gemeinde Birkach
wegen ihrer günstigen Lage am Nordufer des
Sees und der bereits bestehenden infrastrukturellen
Einrichtungen. Zwei Unterzentren werden im Bereich
der Hauptsperre entstehen. Im Ausstattungsprogramm
müssen Parkplätze, Camping- Sport- und
Spielplätze, Badeplätze und Liegewiesen,
Bootsanlegestellen, Hotels und Motels, Gaststätten
und Jugendherbergen entstehen. Mit letzteren ist
ein guter Anfang schon gemacht. Solche Vorstellungen
aus München müssen den Bewohnern des
Landkreises Hilpoltstein wie Musik in den Ohren
klingen. Was zählen da schon Dissonanzen
wie die, daß sich die Jägerschaft einen
neuen Tontaubenschließplatz suchen muß,
das heutige Lehrrevier von Applhof ins Wasser
fällt und wahrscheinlich der unscheinbare
Weiler Hasenbruck mit halb Zwiefelhof in den Fluten
versinken wird. Und die Brunnbachgruppe tut gut
daran, ihre Wasserversorgung in diesem Gebiet
heute schon darauf einzustellen. Aber vielleicht
ist das alles doch erst ein Problem der nächsten
Generation.
Ein Paradies nicht nur für Betuchte
Gespräch mit den Seenberatern Überrück
und Schmidt - wird Brombach-Vorsperre schon 1984
geflutet? - Ein Wirtschaftszweig (Landwirtschaft)
löst den anderen (Fremdenverkehr) ab - Absberg
investiert
Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung, 17./18.05.1981
Speicher-Seen müssen kommen
ROTH / GUNZENHAUSEN – Für beiden Bauoberräte
Wolf-Dieter Überrück und Peter Schmidt
ist alles klar: Auch die Brombach-Talsperre, der
Rhein-Main-Donau-Kanal und deshalb auch der Rothsee
werden gebaut.
Ihre Begründung ist einfach: Wenn der Rhein-Main-Donau-Kanal
nicht kommt, gibt es keine Überleitung von
Donauwasser in das Regnitz-Main-Gebiet. Diese
aber ist aus vielerlei Gründen für das
wasserarme Nordbayern bis hinauf nach Aschaffenburg
so notwendig, wie das sprichwörtliche Wasser
zum Leben.
Käme also die Überleitung nicht, dann
würde dies den "Tod der Wirtschaft"
im anvisierten Raum bedeuten, oder doch zumindest
eine "Stagnation", die weder vertretbar
ist, noch die Politik und die Politiker ruhig
schlafen lassen kann oder wird.
Wolf-Dieter Überrück nennt dies ein
wirtschaftspolitisches Potential, das nicht ruhen
wird, bis Kanal, Rothsee und Brombach-Talsperre
stehen wird.
Wolf Dieter Überrück und Peter Schmidt
vertreten die Regierung von Mittelfranken in der
Seenberatungs- und Koordinierungsstelle in Gunzenhausen.
Bei ihnen laufen die Fäden der gesamten Seenentwicklung
im mittelfränkischen Raum zusammen.
Speziell über die Möglichkeit des Segel-
und Surfsportes an der Brombach-Vorsperre, über
die Oberbaurat Überrück am vergangenen
Samstag vor den Mitgliedern des Segel- und Windsurfing-Club
Enderndorf am Brombachsee referierte, sprachen
wir in Gunzenhausen.
Sportmöglichkeiten allerdings gibt es nur
wenn auch das Gebiet dafür als solche ausgewiesen
ist. Sportmöglichkeiten aber gibt es auch
nur, wenn so gebaut wird, wie es die buntschillernden
Prospekte verheißen, all dies aber ist wiederum
nur möglich, wenn trotz knapper Geldmittel
irgendwann - der alte Zeitplan ist ohnehin schon
längst nur noch eine Reminiszenz - einem
möglichst breiten Publikum der See zur Verfügung
gestellte werden kann.
Mit der Flutung der Brombach-Vorsperre rechnet
man jetzt im Jahre 1984 (optimistisch) und 1985
(realistisch). Allerdings unter der Voraussetzung,
daß das Geld so weiter fließt, wie
man es erwarten kann. Weil nun das ganze Seengebiet
so verzahnt ist - Altmühlbecken, Brombachsee,
Rothsee und natürlich auch der RMD-Kanal
- was im übrigen kein wirtschaftliches Problem
darstellt, sondern in erster Linie dem Wasserhaushalt
Nordbayerns den Entscheidenden Auftrieb geben
soll - kann einer das Maßnahmen - so die
beiden Experten in Gunzenhausen - gar nicht ausfallen.
Kürzer Ausgedrückt: Ohne RMD-Kanal
keine Überleitung aus dem Donauraum, keine
Brombachtalsperre, kein Rothsee. Weil aber Nordbayern
dieses Wasser braucht, lebensnotwendig für
seine Wirtschaft, für seine Kraftwerke benötigt,
und weil dahinter auch Arbeitsplätze stehen,
aber auch die zukünftige wirtschaftliche
Entwicklung Nordbayerns, gibt es nach Ansicht
der beiden Oberbauräte keine Alternative.
Nachdem die Brombach-Vorsperre die erste Möglichkeit
für den Raum Roth sein wird, Wassersport
zu betreiben, mit dem Segel- und Surfparadies
sozusagen vor der Haustüre, haben so manche
Sportler und Badegäste die Furcht, daß
die sogenannten "Großkopferten"
ihnen die besten Brocken am See wegschnappen werden.
Diese Angst zerstreut Wolf-Dieter Überrück.
"Keine Chance". Das ganze Seeufer -
zumindest 50 Meter vom Uferrand - ist im Allgemeinbesitz.
Natürlich wird man auch hier reglementieren
müssen. Nicht jeder kann, wo er gerade will
seine Jolle ins Wasser lassen oder surfen, wo
er lustig ist . schon im Interesse der anderen
Badegäste. Der Plan sieht an der Vorsperre
eine gerade im Entstehen begriffene Badeinsel
bei Absberg vor. Hier in der Nähe wird es
dann auch Jollen-Liegeplätze, Grasliegeplätze
für die Vereine und Individualisten geben.
3000 Parkplätze werden zur Zeit angelegt
Für Badegäste und Sportler werden
Duschmöglichkeiten geschaffen - Die Frage,
ob Kielboote zugelassen werden sollen, ist noch
nicht geklärt
Auf der besagten Badeinsel sind gerade 3000 Parkplätze
dabei fertig zu werden, Duschen, WC, Aussichtsturm
usw. werden errichtet. Man hat sogar ausgerechnet,
wie viele Boote und Surfer auf dem 270 Hektar
großen Vorsperren-See sich aufhalten dürfen
- genau 270. Und weil das nun mal so ausgerechnet
wurde, geht man weiter: es werden etwa 500 bis
600 Grasliegeplätze für Boote zu Verfügung
gestellt werden können. Mehr als genug meinen
die Initiatoren, schon deshalb, weil die Vereine
zwar reichhaltig Mitglieder haben, aber verständlicherweise
erheblich weniger Bote. Der eine oder andere -
wohl einheimische Verein - wird Liegeplätze
in der Größenordnung von 50 Booten
etwa anmieten können, der Rest steht denen
zur Verfügung, die nicht soviel von Vereinen
halten. Dabei wird man, wie man uns in Gunzenhausen
versicherte ein besonderes Auge auf die Surfer
richten, die sich derzeit vermehren wie die auch
bekannten Kaninchen.
Wenn der See überbevölkert werden sollte,
dann gilt als Notbremse der Plan, der vorsieht,
daß die "Seefahrer" sich bei einer
Zentrale zu melden haben und dort irgendein Zeichen,
gedacht ist an einen Wimpel, bekommen, das ihnen
das "In die See stechen" erlaubt.
Man ist allerdings auch überzeugt, daß
nach einem gewissen Anlaufraum, sich alles selbst
ins rechte Lot bringen läßt. Oberbayerische
Seen sind dafür ein Beispiel. Dort kann auch
heute noch während der Woche bei schönstem
Wetter ein Segler wenden oder halsen wie es ihm
beliebt, wenn er nicht aus eigener Ungeschicklichkeit
baden geht.
Immer wieder kommen sowohl Wolf-Dieter Überrück
und Peter Schmidt darauf zu sprechen, daß
das ganze Unterfangen selbstverständlich
eine ungeheuere Umstrukturierung der dortigen
Bevölkerung mit sich bringt. Schließlich
haben die meist in der Landwirtschaft tätigen
Anwohner am Altmühlsee und Brombachsee 1200
Hektar geopfert - ohne Enteignung, wie Oberbaurat
Überrück gern betont - nun müssen
sie sich in den nächsten Jahren auf Unterbringung
und Bewirtung der erwarteten Gäste umstellen.
Ein Wirtschaftszweig löst den anderen ab.
Betrachtet man Absberg, sieht man, daß
es die dortigen Bürger schon längst
begriffen haben. Kaum ein Haus, das nicht renoviert
wird - die Flurbereinigung und der Staat tun hier
viel mit gutem Rat und mit - verschämt gesteht
man auch da ein - viel staatlichem Zuschuß.
Absberg wird einen Modellcharakter für Bayern
bekommen.
Was auch bedeutet, daß die für die
Seen Verantwortlichen versuchen werden, Besucher,
Gäste, Wassersportler und die einheimischen
so miteinander zu verquicken, daß der See
allen Seiten Positives zu vermitteln vermag. Anders
gesagt: Für den hergegebenen Grund sollen
die Anwohner mit dem entschädigt werden,
was die Seenbenutzer dalassen. Das ist es Wiederum
auch, was den Otto Normalverbraucher seinen Wassersport
erschwinglich machen läßt. Kein feudales
vereinseigenes Clubhaus allenfalls ein allen zugängliches
Segelzentrum.
Dabei spielt dann auch der Campingplatz in Langlau
eine Rolle , eine weitere Möglichkeit für
Otto Normalverbraucher zu segeln, zu surfen, zu
baden und sich im Ort zu verpflegen.
Ob und wann Kielboote zugelassen werden, ist
nicht bekannt. Man hat einen Platz für die
vorgesehen, was bedeutet, daß Stege errichtet
werden müssen.
Und nun noch ein paar Zahlen und Informationen,
die am Rande in die Diskussion eingeflossen sind:
Von den benötigten 35 Millionen Mark sind
zur Zeit nur 23 Millionen Mark freigegeben,
alles wartet darauf, daß der Rest auch
noch freigegeben wird, wenn dies nicht der Fall
sein wird, dann bedeutet es, Abschied zu nehmen
von einem Termin 1984/85. Aber selbst der Bund
hat mittlerweile eingesehen, daß er seinen
Verpflichtungen nachkommen soll.
Das Überleitsystem ist sowohl für
die angesprochene Wirtschaft, besonders im Bereich
der Kraftwerke als Kühlwasser unumgänglich,
auch die Landwirtschaft in unserem Landkreis
Roth warten mit ihren Sonderkulturen Hopfen
und Tabak auf dieses Wasser.
Zum Rothsee: Er verliert innerhalb einer Woche
etwa 1,50 Meter seines Wasserstandes, wird aber
am Wochenende auf den bekannten Stand aufgepumpt.
Sollte er tatsächlich, wie hier befürchtet
wird, einmal auf 7,50 Meter absinken, dann gilt
dies nur für alle "Jubeljahre",
wenn eine ganze Reihe negativer Einflüsse
zusammentreffen.
Für die Brombach-Talsperre beginnt im
nächsten Jahr das Planfeststellungsverfahren,
dessen Ende man mit 1983 angibt. Wenn alles
so läuft, wie es sich die Planer vorstellen,
wird der Brombach-Hauptsee kaum vor 1990 fertig
werden.
Das Seen-Zeitalter begann mit Probestaus
Am Wochenende wurden der 500 Hektar große
Altmühlspeicher und die Brombachvorsperre
erstmals geflutet - Nach dem Öffnen des Zuleiters
war das Ausgleichsbecken innerhalb von 24 Stunden
auf eine Höhe von 1,80 Meter angefüllt
Schwabacher Tagblatt, 10.01.1986
GUNZENHAUSEN - Das "Neue Fränkische
Seenland" will sich profilieren. Die Werbegemeinschaft
mit gleichem Namen wird daher mit drei eigens
dafür gestalteten Ständen bei den Freizeit-
und Wassersportmessen in Stuttgart (11.-19. Januar),
in Düsseldorf (18.-26. Januar) und in Essen
(15.-23. März) vertreten sein. Aufgelegt
werden dort die druckfrischen Broschüren
und Prospekte, die erstmals der Öffentlichkeit
vorgestellt wurden.
Geworben wird unter einem einheitlichen Erscheinungsbild
mit dem Slogan "Wasser, Wälder, Gastfreundschaft".
Das kommt in dem von dem Grafik-Designer Reinhard
G. Bienert aus Kammerstein entworfenen Signet
zum Ausdruck.
Eine in 50.000 Exemplare verbreitete Panoramakarte
vermittelt die genaue Lage von Altmühl-,
Brombach- und Rothsee. Außerdem wird die
Nähe zu Nürnberg optisch unterstrichen.
Auf der Rückseite finden sich neben einer
kurzgehaltenen allgemeinen Beschreibungen der
Vorzüge des künftigen Naherholungs-
und Urlauberreviers zahlreiche Fotos mit typischen
Motiven.
Herausgebracht wurde zudem ein 48seitiger, vierfarbiger
Katalog, in dem neben preiswerten Zimmern in Hotels,
Gaststätten, Pensionen oder von Privatvermietern
auch Hinweise für Familienurlauber in Ferienhäusern
sowie Ferienwohnungen oder für Urlaub auf
dem Bauernhof enthalten sind.
Reich bebildert ist der sogenannte Image-Prospekt.
Auf 20 Seiten werden die Sport- und Freizeitmöglichkeiten,
Landschaft, Natur, Kunst, Kultur und Brauchtum
im "Neuen Fränkischen Seenland"
offeriert. Es soll eine Einladung an alle sein,
"die Wasser und Wälder lieben und Gastfreundschaft
zu schätzen wissen".
Die Werbegemeinschaft war im Juli vergangenen
Jahres als Vorläufer eines künftigen
Gebietsausschusses aus der Taufe gehoben worden.
Im Form einer Probeehe haben sich die Zweckverbände
Altmühl-, Brombach- und Rothsee zu einer
Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen.
Ziel der Werbegemeinschaft ist es, auf der Grundlage
den Entwicklungsgutachtens und >Marketingkonzeptes
vom Juli 1983 die für das neue fränkische
Seenland erforderlichen Maßnahmen der Werbung
und Absatzförderung vorzubereiten und zu
erarbeiten, zu koordinieren und mit anderen Fremdenverkehrsgebieten
abzustimmen.
Mit Hochdruck wird gegenwärtig an einen
"Urlaubs-ABC" gearbeitet. Es wird alle
Fremdenverkehrseinrichtungen und Sehenswürdigkeiten
enthalten. Einig ist man sich darüber, künftig
im gesamten Seenland die Wander-, Rad- und Reitwege
sowie die Langlaufloipen einheitlich mit dem Emblem
zu markieren.
Als nächste Aufgabe wurde die Aufbereitung
des Gebietes für den Fremdenverkehr genannt.
Unter anderem bedeutet dies eine Verbesserung
der Qualität der Beherbergungsbetriebe. Großes
Augenmerk wird auch auf die Betreuung des Urlaubers
während seines Aufenthaltes gelegt. Gedacht
ist an Surf- und Segelkurde, Wanderungen, Dia-Vorträge
und Ausflugsfahrten in das Altmühltal, entlang
der Romantischen Straße oder nach Nürnberg.
Mit dem "Neuen Fränkische Seenland"
wurde eine weitere Schublade aus dem Zauberschrank
Franken geöffnet, meinte Verbandsdirektor
Michael Weber. Für die Werbegemeinschaft
sei es ein Vorteil, daß sie das Fremdenverkehrsgebiet
vom Nullpunkt an entwickeln kann. "Dadurch
können Fehler vermieden werden, die anderswo
gemacht wurden."
Bewährt habe sich das fränkische Organisations-
und Marketingkonzept. Im vergangenen Jahr konnte
immerhin ein Gästezuwachs von 67 Prozent
sowie eine Übernachtungszahlensteigerung
von 30 Prozent verbucht werden. Damit liegen die
drei fränkischen Regierungsbezirke in Bayern
an der Spitze. (gk)
Seenland will sich profilieren
Die Werbegemeinschaft hat umfangreiches Prospektmaterial
aufgelegt - Mit eigens konzipierten Ständen
auf Freizeit- und Wassersportmessen vertreten
Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung, 17./18.05.1981
GUNZENHAUSEN - Das "Neue Fränkische
Seenland" will sich profilieren. Die Werbegemeinschaft
mit gleichem Namen wird daher mit drei eigens
dafür gestalteten Ständen bei den Freizeit-
und Wassersportmessen in Stuttgart (11.-19. Januar),
in Düsseldorf (18.-26. Januar) und in Essen
(15.-23. März) vertreten sein. Aufgelegt
werden dort die druckfrischen Broschüren
und Prospekte, die erstmals der Öffentlichkeit
vorgestellt wurden.
Geworben wird unter einem einheitlichen Erscheinungsbild
mit dem Slogan "Wasser, Wälder, Gastfreundschaft".
Das kommt in dem von dem Grafik-Designer Reinhard
G. Bienert aus Kammerstein entworfenen Signet
zum Ausdruck.
Eine in 50.000 Exemplare verbreitete Panoramakarte
vermittelt die genaue Lage von Altmühl-,
Brombach- und Rothsee. Außerdem wird die
Nähe zu Nürnberg optisch unterstrichen.
Auf der Rückseite finden sich neben einer
kurzgehaltenen allgemeinen Beschreibungen der
Vorzüge des künftigen Naherholungs-
und Urlauberreviers zahlreiche Fotos mit typischen
Motiven.
Herausgebracht wurde zudem ein 48seitiger, vierfarbiger
Katalog, in dem neben preiswerten Zimmern in Hotels,
Gaststätten, Pensionen oder von Privatvermietern
auch Hinweise für Familienurlauber in Ferienhäusern
sowie Ferienwohnungen oder für Urlaub auf
dem Bauernhof enthalten sind.
Reich bebildert ist der sogenannte Image-Prospekt.
Auf 20 Seiten werden die Sport- und Freizeitmöglichkeiten,
Landschaft, Natur, Kunst, Kultur und Brauchtum
im "Neuen Fränkischen Seenland"
offeriert. Es soll eine Einladung an alle sein,
"die Wasser und Wälder lieben und Gastfreundschaft
zu schätzen wissen".
Die Werbegemeinschaft war im Juli vergangenen
Jahres als Vorläufer eines künftigen
Gebietsausschusses aus der Taufe gehoben worden.
Im Form einer Probeehe haben sich die Zweckverbände
Altmühl-, Brombach- und Rothsee zu einer
Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen.
Ziel der Werbegemeinschaft ist es, auf der Grundlage
den Entwicklungsgutachtens und >Marketingkonzeptes
vom Juli 1983 die für das neue fränkische
Seenland erforderlichen Maßnahmen der Werbung
und Absatzförderung vorzubereiten und zu
erarbeiten, zu koordinieren und mit anderen Fremdenverkehrsgebieten
abzustimmen.
Mit Hochdruck wird gegenwärtig an einen
"Urlaubs-ABC" gearbeitet. Es wird alle
Fremdenverkehrseinrichtungen und Sehenswürdigkeiten
enthalten. Einig ist man sich darüber, künftig
im gesamten Seenland die Wander-, Rad- und Reitwege
sowie die Langlaufloipen einheitlich mit dem Emblem
zu markieren.
Als nächste Aufgabe wurde die Aufbereitung
des Gebietes für den Fremdenverkehr genannt.
Unter anderem bedeutet dies eine Verbesserung
der Qualität der Beherbergungsbetriebe. Großes
Augenmerk wird auch auf die Betreuung des Urlaubers
während seines Aufenthaltes gelegt. Gedacht
ist an Surf- und Segelkurde, Wanderungen, Dia-Vorträge
und Ausflugsfahrten in das Altmühltal, entlang
der Romantischen Straße oder nach Nürnberg.
Mit dem "Neuen Fränkische Seenland"
wurde eine weitere Schublade aus dem Zauberschrank
Franken geöffnet, meinte Verbandsdirektor
Michael Weber. Für die Werbegemeinschaft
sei es ein Vorteil, daß sie das Fremdenverkehrsgebiet
vom Nullpunkt an entwickeln kann. "Dadurch
können Fehler vermieden werden, die anderswo
gemacht wurden."
Bewährt habe sich das fränkische Organisations-
und Marketingkonzept. Im vergangenen Jahr konnte
immerhin ein Gästezuwachs von 67 Prozent
sowie eine Übernachtungszahlensteigerung
von 30 Prozent verbucht werden. Damit liegen die
drei fränkischen Regierungsbezirke in Bayern
an der Spitze. (gk) |